…(stadt)ansichten nr. 52 …eine zeitreise.

…war dies gestern abend. eine zeitreise 30 jahre zurück. zunächst an einen besonderen ort in der lebenslinie. zurück in die räume des apian-gymnasiums, die sich in diesen drei jahrzehnten kaum verändert haben. zurück zu

…den schülerspinden,

…dem biologiesaal, mit den immer noch gleichen stühlen,

…dem schmetterlingsbild, das dort weiterhin klebt,

…dem musiksaal, in dem die ersten schritte im schultheater stattgefunden haben,

…dem radkeller, in den man täglich über die rampe abgetaucht ist,

…und der orientierungstafeln, die immer noch den (farb)duft der 70iger-jahre versprüht.

…und dann in den gesprächen zurück zu (alten) verbindungen, die noch wunderbare frische in sich tragen, zurück zu alten „wunden“ und ihrer heilung, zurück zu gemeinsamen geschichten und momenten. und ein abend, an dem so manche bisher unausgesprochene (unerfüllte) „lebensbeichte“ (endlich) ausgesprochen wurde. ein abend der immer noch nachschwingt.

…(dahinrasende) stunden zurück in die zukunft.

p.s.: einfach danke!

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…(stadt)ansichten nr. 51 …stichwort: nachhaltigkeit

…manchmal ergibt das eine unmittelbar das andere. und diese kette setzt sich dann fort. so ist es mir heut abend ergangen.

…mit meinem stiefsohn war ich heut abend zu seinem ministrantendienst in der kirche st. blasius in zuchering. hinten im kirchenschiff fiel mein blick auf das ökumenische magazin „kleine kniffe“ – für einen nachhaltigen einkauf.

…nach hause gekommen kam mir, dass in unserer stadt von seiten der „regierung“ demnächst verstärkt initiativen zum thema nachhaltigkeit kommen sollen. so habe ich einfach mal wegen des zeitschriftentitels bei google die begriffe „nachhaltige beschaffung ingolstadt“ eingegeben (wirklich). und hier das (ziemlich überraschende) suchergebnis:

…erster treffer: ein beitrag der grünen ingolstadt. dieser treffer verweist auf das programm zur kommunalwahl 2014. in dem entsprechenden programmabschnitt ist, neben vielen anderen punkte, zuerst aufgeführt, dass das beschaffungswesen der stadt komplett auf nachhaltige produkte umstellen sei.

…und wir, meine fraktionskolleg*innen und ich, haben wort gehalten. in der aktuellen stadtratsperiode haben wir – neben vielen anderen themen – auch immer wieder initiativen/anträge zum thema nachhaltigkeit gestellt, so etwa jüngst zur nachhaltigkeitseinschätzung von stadtratsinitiativen/-anträgen.

…denn: es gibt keinen planet b. und wir werden nicht müde werden. eom

…haiku nr. 41 …salz(burg)

fluss, ewige note

tönst laut in aller stille

salzt bunt die erde

…(stadt)ansichten nr. 50 …(herbst)gedanken

…als wollte es irgendwer, nicht der zufall, so. gerade eben fiel mein blick auf die bäume gegenüber unseres gartens. im morgenlicht dieses tages (fast) eine explosion der farben.

…alles ist da. gelb, die sonne. (noch) grün, das leben. braun(töne), die vergänglichkeit. und blau, die unendlichkeit.

…und dann beginnt der geist gedanken zu formen. heute ist der 21. oktober. in zwei monaten werde ich 50 jahre alt. und dann auch die 50. (stadt)ansicht hier. diese (herbstliche) explosion der bäume in der natur. gedanken gehen hin zu meinen lieben, hin zu meinen töchtern, hin zu gegangenen, hin zu (noch) kommenden.

…was formt sich? es formt sich die gewissheit, dass der herbst (des lebens) noch lange nicht da ist. jeden neuen morgen, jeden neuen tag gibt es neues licht, neue kraft weiter zu gehen, weiter zu machen, zu ändern, zum besseren zu (ver)wandeln.

…im vergehen liegt die kraft zu neuem. in jedem moment liegt die möglichkeit, etwas neues zu tun, neues zu schaffen. kein grund, zu verzagen, kein grund, sich zurückzuziehen, mit dem tun für ein besseres morgen aufzuhören.

…es formt sich die gewissheit, die überzeugung, dass jede(r) von uns, egal welchen alters, welchen geschlechts, welcher herkunft, welchen glaubens jeden tag die flamme (des lebens, der hoffnung, der liebe) in einem anderen menschen entzünden kann, um die fackel des lebens weiterzutragen.

…hab(t) einen wunderbaren tag, jeden tag, möge er auch noch so grau daherkommen. eine explosion des lichts (im herzen) ist immer möglich.

…(stadt)ansichten nr. 49 …kreuz, halbmond, kristall

…wenn es eine bewegung gibt, die menschlichkeit, grenzenlosigkeit und (selbstloses) helfen wie kaum eine andere verkörpert, dann ist es die (in den westlichen ländern sogenannte) rotkreuz- und die (in islamisch geprägten länder sogenannte) roterhalbmond-bewegung.

…und diese bewegung hat bei uns „auf der schanz“ in ingolstadt in meinen augen ein (politisches) statement vor der rettungswache, der türe wehen, das ich gerade in diesen tagen sehr wichtig und richtig finde.

…es sind dies die symbole des roten kreuzes, des roten halbmonds und des roten kristalls. für mich ein eindeutiges zeichen, dass über die unteschiedlichkeiten aller religionen, aller weltanschauungen hinweg eine kraft viel stärker, viel verbindender ist. es ist dies die kraft der (mit)menschlichkeit.

…in diesem sinne gehört das christentum, der islam, das judentum, der buddhismus, der hinduismus, der agnostizismus zu ingolstadt, zu bayern, zu deutschland, zu europa, zur welt. kein mensch ist illegal (auf diesem planeten).

…ein beitrag für plus60: Es gibt keinen „Planet B“ und somit keine Alternative

Gedanken über Umwelt und Glaube von Christian Höbusch

…veröffentlicht im september 2018:

Als Stadtrat  und Mitglied in zahlreichen Ausschüssen und Gremien vertritt Christian Höbusch  seine Überzeugung über die Bedeutung in Sachen Natur-, Umwelt- und Klimaschutz. Einblicke in seine Sicht auf Natur, Werte und Glauben gewährt er exklusiv für plus60.

Franz von Assisi und Papst Franziskus

„Laudato si, mi Signore“ mit diesen Worten des heiligen Franz von Assisi beginnt die gleichnamige Enzyklika von Papst Franziskus, die Pfingsten 2015 veröffentlicht wurde. Eine Enzyklika, die ich noch in gleichen Jahr richtiggehend aufgesogen habe, denn sie hat mich tief im Herzen angesprochen.

Und so will ich erstmal den Papst sprechen lassen (LS 229): „Wir müssen wieder spüren, dass wir einander brauchen, dass wir eine Verantwortung für die anderen und die Welt haben und dass es sich lohnt, gut und ehrlich zu sein. Wir haben schon sehr viel Zeit moralischen Verfalls verstreichen lassen, indem wir die Ethik, die Güte, den Glauben und die Ehrlichkeit bespöttelt haben, und es ist der Moment gekommen zu merken, dass diese fröhliche Oberflächlichkeit uns wenig genützt hat. Diese Zerstörung jeder Grundlage des Gesellschaftslebens bringt uns schließlich um der Wahrung der jeweils eigenen Interessen willen gegeneinander auf, lässt neue Formen von Gewalt und Grausamkeit aufkommen und verhindert die Entwicklung einer wahren Kultur des Umweltschutzes.“

Gemeinsam für Mensch und Natur

Franziskus fasst hier sehr gut zusammen, dass es in dieser Zeit unsere dringende Aufgabe ist, als gesamte Menschheit untereinander und gegenüber der uns tragenden Natur, gegenüber unseren Mitgeschöpfen, ohne die wir nicht existieren können, eine neue Kultur der Achtsamkeit, des Miteinanders zu leben. Und das ziemlich schnell, denn die Uhr tickt bereits unaufhaltsam gegen uns.

So müssen wir uns zur Bewahrung unserer Lebensgrundlagen vielfältigen Herausforderungen stellen und wirklich nachhaltige Lösungen finden, sei es im Klimaschutz, sei es beim Plastikmüll in unseren Meeren, sei es bei der Energiegewinnung, sei es bei der Produktion von Lebensmitteln (Stichworte: Bio, Massentierhaltung), sei es bei der Mobilität, sei es bei der Armutsbekämpfung und so vielem mehr.

Motivation, auch aus dem Glauben

Aus meinem christlichen Glauben, der durch einen Unfall im Jahr 2011, den ich überleben durfte, neue, kraftvolle Wurzeln bekommen hat und den universellen Werten aller Glaubensrichtungen, ziehe ich Motivation und Kraft, mich für ein Leben im Einklang mit unserem gemeinsamen Planeten einzusetzen und das hier vor Ort in unserer Gemeinschaft. Beim letzten Tag der Nachhaltigkeit in Ingolstadt konnte ich einen kurzen Pfad zur Ermittlung meines ökologischen Fußabdrucks begehen und dieser ist mir, trotz einem schon einigermaßen bewussten Leben, immer noch zu groß. Ich lade sie daher ein, gemeinsam im Jetzt noch mehr für ein gutes Morgen zu denken und zu handeln, denn ich jedenfalls will meinen Töchtern einen Planeten hinterlassen, auf dem sie über blühende Wiesen laufen können und sprichwörtlich sowie ganz real nicht in der Wüste stehen.

Um schließlich den, kürzlich 80 Jahre alt gewordenen, Franz Alt zu zitieren: „Im Geist Jesu müssen nicht alle Umweltschützer Christen, aber alle Christen Umweltschützer sein.“ Denn: Es gibt keinen „Planet B“.

…(stadt)ansichten nr. 48 …nicht stehenbleiben

…an der kraft dieses bildes, der türme, des gebäudes konnte ich vorhin nicht vorbei gehen. ich musste diese (stadt)ansicht einfach mitnehmen.

…was sagt mir dieser ort? diese kirche steht fest da seit generationen, unzählige menschen haben wohl schon das gesehen, was ich gesehen habe, was ihr gerade seht.

…sie sagt zu mir, dass ich nicht stehen bleiben kann, denn es geht jede stunde, jede sekunde weiter. sich nach rückwärts zu wenden, an vergangenem festhalten wollen geht nicht. ich muss mich dem wandel stellen, positiv, gestaltend, kreativ, achtsam, mitfühlend, offen. das sagt mir dieser ort.