…(nicht nur) eine familiensache

…mitte 2016 hat mein bruder (s)ein erstes großes wissenschaftliches buch veröffentlicht.

…und nun ist anfang 2018 eine besprechung im journal of european studies erschienen (, die nicht in den familiären schubladen verschwinden soll, weshalb ich hier ein paar zeilen darüber schreibe). nachdem wir letztes jahr gemeinsam in nepal unterwegs waren und unsere geschwisterliche verbindung (als schon alte reifen um die 50 laufjahre) dabei runderneuert haben, freut mich diese buchbesprechung für ihn sehr. es muss zufriedenheit, ja glück, erzeugen, wenn ein eigenes, in mühevoller arbeit entstandenes werk andere leser, hier den rezensenten joachim whaley, so anspricht. aber lies kurz das fazit von prof. whaley selbst:

…was ich aus dem buch meines bruder neben äusserst interessanten einblicken und einsichten in die europäische „berggeschichte“ mitnehme, ist, dass wir in unseren bewegten zeiten sehr genau acht geben müssen, dass wir nichts und niemanden für unsere (eigenen) zwecke instrumentalisieren, sondern stets danach streben müssen, aus uns heraus, durch uns selbst wirksam zu werden. eom

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…nicht nur mesir in manisa

…anlass der (delegations)reise in unsere partnerstadt manisa in der türkei war das 478. manisa mesir macunu festivali mit seinem höhepunkt am 29. april.

…doch neben den offiziellen terminen war diese reise in nicht mehr als insgesamt 2 1/2 tagen eine wertvolle begegnung mit den menschen in der türkei. weit weg von (tages)politik sind wir (stadträtin petra volkwein, kulturamtsleiter jürgen köhler und ich) in den dialog gekommen, einen sehr offenen und direkten, ehrlichen und freien dialog.

…wir haben land und leute näher kennen gelernt und es wurden uns manchmal auch kleine einblicke ins private gewährt.

…wir haben in hoffungsvolle, begeisterte augen geschaut und ich für mich habe auch begonnen, kontakte auf sportlicher, schwimmerischer ebene zu knüpfen. hier hat mir der zufall ein kleines geschenk gemacht. ich durfe einen trainer und eine türkische spitzenschwimmerin kennenlernen. und es ist interesse geweckt, uns bald mal in ingolstadt zu besuchen, denn der trainer bekam bei den bildern unseres sportbades richtiggehend leuchtende augen.

…also tage, die den blick, das herz für die menschen in der türkei für mich (wieder) geöffnet haben und antrieb, motivation sind, genau auf dieser (zwischen)menschlichen ebene freundschaft, (städte)partnerschaft und frieden zu leben.

…nun noch als kleiner appetitmacher (ganz ohne touristische erklärungen) ein paar eindrücke dieser tage in (dem bezirk) manisa.

…und hier noch das „m-team“ mit unserem begleiter, führer, übersetzer, der „guten seele“ kemal (in ingolstadt bestens bekannt), unseren beiden äußerst sympathischen begleiterinnen aus der stadtverwaltung manisa, stadträtin petra volkwein, kulturamtsleiter jürgen köhler und mir (und einem fröhlichen picture crasher).

…haiku nr. 38 …lahm

kaum mehr gehn, nicht stehn

langsam führt der weg weiter

moment für moment

…(stadt)ansichten nr. 46 …skaterhockeyplatzweisheit

…da gibt es bei mir um die ecke, im süden der stadt, seit einigen jahren einen skaterhockeyplatz. er ist gut angenonmen, er wird regelmäßig genutzt. so auch heut nachmittag, am karfreitagnachmittag. und der platz bietet uns auf urbane weise, wenn man sich drauf einlässt, ein stück weisheit, ein stück wahrheit. skaterhockeyplatzweisheit, die ich durch bilder sprechen lasse. zunächst ein appell an jede(n), die/der hier vorbei kommt, ein offenes auge hat.

…aber es wird nicht am selbst halt gemacht, sondern auch weiter gedacht.

….und dann kommt ein weiterer appell. wer ihn missverstehen mag, mag ihn missverstehen. für mich heißt es: tut euch zusammen, kämpft für eure ideen, eure ideale, steht ein für eine bessere zukunft. allein geht das sehr schwer, gemeinsam viel besser. banden ist für mich gleichlautend mit verein, genossenschaft, partei, bürgerinitiative, etc., etc….

…und vergesst dabei die bildung nicht. in diesem sinne ein frohes ostern 2018. ich freue mich auf den frühling und freue mich auf diesen baum in voller blätterpracht, am skaterhockeyplatz bei mir im süden.

…(u-)bahngedanken …ein plädoyer für augenkontakt

…ich könnte identische szenen am morgen in der bahn, vom bahnhof in der u-bahn zur arbeit und wieder auf dem weg zurück tagtäglich selbst ablichten. doch hier ein bild aus tokio.

…im jahr 2018 kann man dieses verhalten an fast jedem ort dieses planeten beobachten. die menschheit schaut sich nicht mehr in die augen, die menschheit schaut auf illuminierte bildschirme, touchscreens. sie tut dies in meist gebückter haltung und huldigt damit irgendwie der ständigen verfügbarkeit von information, entertainment, verbundenheit mit der digitalen welt. das ist – ungelogen und ich bin ebenso einer dieser menschen, der neuen gattung „homo smartphonus“ – eine errungenschaft unserer zeit und bietet viele, fast unendliche, möglichkeiten der digitalen information und kommunikation.

…aber unsere gehirnphysiologie, unsere evolution hinkt, das zeigen immer mehr studien, hinter dieser technologischen entwicklung hinterher. in bestimmten bereichen führt dies auch zu rückschritten, belastest die entwicklung bei kindern und jugendlichen. statt hier unzählige quellen aufzuzählen, empfehle ich, da du dich ja gerade in der digitalen sphäre bewegst, einfach mal eine kurze digitale suche.

…noch vor einem jahrzehnt, ich habe dies manchmal auf dem weg zur arbeit und zurück in der u-bahn in münchen als herausforderung einfach gemacht, konnte man auch auf einer nur zehnminütigen fahr mit mindestens einem mitmenschen näher in augenkontakt kommen, konnte ihr/ihm mit glück auch mal ein lächeln auf die lippen zaubern.

…wir alle wissen um die bedeutung, wichtigkeit, magie von augenkontakt. ich muss nicht viel mehr worte darüber verlieren. schließe vielleicht anschließend einfach mal kurz die augen und fühle, erinnere dich zurück hin zu einem ganz persönlichen augenkontakt. genau deswegen (m)ein kleines plädoyer für mehr augenkontakt, auch in der (u-)bahn. trau dich, es kann dir welten öffnen. probiere es aus!

…(stadt)ansichten nr. 45 …auf der sonnenseite

…ein gewöhnlicher sonntagmittag anfang märz. noch kurz ein paar pommes auf dem weg zum eishockey in der saturnarena in ingolstadt. die sonne scheint (endlich) mal wieder vom strahlenden blauen himmel herab.

…ich habe an diesem tag, zu dieser zeit aber nicht damit gerechnet, diese andere seite ingolstadts hier, gerade hier, anzutreffen. ein frau, neben dem eingang, um geld bittend. nicht verwahrlost, nicht anweisend, doch die augen schon traurig, scham ausstrahlend.

…angesprochen, warum sie hier sei, kommt unmittelbar die antwort: „ich habe hunger.“ natürlich weiß ich nicht, ob das stimmt, aber jedenfalls ist die person da, wo sie ist und so, wie sie ist.

…ich gebe ihr ein paar euros, frage, ob ich sie fotografieren darf und dann gehe ich, betroffen.

…und, ja, voller scham, dass ich einfach mal so vorbei radeln kann, um meinen hunger zu stillen. und, ja, auch voll dankbarkeit und demut, dass ich auf der sonnenseite des lebens leben darf.

…(ein wenig) nachdenken übers denken

…meine beiden töchter waren kürzlich gemeinsam in paris. sie haben mir ein geschenk mitgebracht. eine tasse mit der silhouette des denkers (von rodin) und überreicht mit den worten „du bist ja auch ein denker“. ich denke, dieses geschenk ist mir sehr wertvoll nun und es hat mich ins denken gebracht.

…denke ich nun an diesen augenblick vor wenigen stunden, so durchfließt mich wärme und, ja, liebe. und es bringt mich ins nachdenken über das (nach)denken.

…beginnen wir mit einer kurzen wortbetrachtung. neben dem denken kennen wir auch das vordenken und das nachdenken. während für mich denken den unmittelbaren, gerade im moment ablaufenden vorgang der gedanklichen beschäftigung mit einem thema bedeutet, weisen das vordenken und nachdenken schon auf etwas hin, was man mit zielgerichtetheit umschreiben könnte. beim vordenken beschäftige ich mich bei etwas, was noch nicht eingetreten ist, das aber erwartet, ersehnt oder befürchtet wird. dabei hat das vordenken zumeist einen positiven beiklang. unter vordenker werden menschen verstanden, die für die zukunft, die entwicklung gedankliche konzepte entwickeln, die über das bloße geschehenlassen hinausgehen, sondern gestalten wollen.

…demgegenüber beschäftigt sich für mich das nachdenken mit schon etwas vergangenem. es meint im engeren sinn die gedankliche auseinandersetzung mit geschehenen ereignissen, um diese einzuordnen, zu bewerten, um daraus zu lernen, erfahrungen abzuleiten.

…vordenken, denken, nachdenken, das macht uns – zumindest soweit bisher bekannt – menschen aus, auch weil unsere gattung die sprache gefunden hat, um gedanken auszudrücken und miteinander auszutauschen. und wir denken solange wir existieren, zu anfangs noch unbewusst, dann immer bewusster bis zuletzt. desartes satz „cogito ergo sum“ fasst dies wunderbar in drei worten zusammen, denn wenn ich noch nicht und ich nicht mehr bin, dann denke ich auch nicht.

…doch denken ist nicht voraussetzungslos. denken setzt sehen, beobachten, hören, riechen, spüren, fühlen voraus. ganz allgemein ausgedrückt braucht es sprichwörtlich wirklich denkstoff, um denken zu können. und dieser denkstoff ereignet sich zeit unseres daseins in der dimension der zeit, täglich, stündlich, minütlich, jeden moment. man muss nur den inneren willen haben, zu schauen, um impulse zum (vor/nach)denken zu bekommen. denken vollzieht sich stets im fluss der zeit, ist der zeit, in der es stattfindet, ausgesetzt, unterworfen.

…und wenn ich so denke über das denken in diesem moment, wird für mich immer wichtiger, dass es notwendig, wertvoll, achtsam ist, vor dem denken erst umfassend zu schauen. denn sonst geht das denken womöglich in die falsche richtung. und da sind wir dann bei werten und wertungen, bei quälität des lebens angekommen. das leben an sich kennt ja keine wertungen. es sind die übereinkünfte unserer gesellschaften, unsere gedankensysteme, die diese erst ermöglichen. und diese übereinkünfte wollen tagtäglich neu ausgehandelt, neu vereinbart werden. das ist leben, das ist menschliches miteinander. und über allem hat ein prinzip zu stehen, unverrückbar: liebe (zum leben).

…und jetzt denke ich, dass ich noch etwas weiter (vor/nach)denke in diesen sonntagabend hinein, egal, was du jetzt von mir denken magst.

…vielleicht denkst du das ein oder andere mal einfach (mit).