…(stadt)ansichten nr. 53 …“(k)ein frohes fest(?)“

…neujahr 2019, 15:34 an der maximilianstrasse.

…ein zufälliges beispiel der an diesem tag in der ganzen stadt verbliebenen überreste der letzten (silvester)nacht.

…unabhängig von der frage, ob in zeiten, im lichte des klimawandels überhaupt noch privates böllern und feuerwerken zu silvester sein kann und erlaubt werden soll (ich persönlich meine, es geht nicht mehr), ist dies (leider) ein (weiteres) beispiel dafür, dass es bei manchen mitbewohnerinnen und mitbewohnern unserer stadt noch viel bewusstsein(sarbeit) bedarf, um solche bilder künftig nicht mehr sehen zu müssen.

…mir fallen angesichts solcher szenen (erneut: leider) spontan nur wörter/redewendungen ein, die mit „voll…“ beginnen. aus respekt führe ich diese hier lieber nicht auf.

…“ein frohes fest“ (wie es das (weihnachts)plakat des theaters ingolstadt im hintergrund wünscht) war es vielleicht in der vergangenen nacht. aber wer unsere stadt so hinterlässt, hat noch erheblich luft nach oben. achtsamkeit beginnt im kleinen, im scheinbar nebensächlichen. auf die (innere) haltung kommt es (zuallerallererst) an.

…in diesem sinne allen ein gutes neues jahr 2019.

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…haiku nr. 42 …tochter

vogel in der hand

erhebe dich, flieg nun los

spur aus stein nach dir

…(stadt)ansichten nr. 52 …eine zeitreise.

…war dies gestern abend. eine zeitreise 30 jahre zurück. zunächst an einen besonderen ort in der lebenslinie. zurück in die räume des apian-gymnasiums, die sich in diesen drei jahrzehnten kaum verändert haben. zurück zu

…den schülerspinden,

…dem biologiesaal, mit den immer noch gleichen stühlen,

…dem schmetterlingsbild, das dort weiterhin klebt,

…dem musiksaal, in dem die ersten schritte im schultheater stattgefunden haben,

…dem radkeller, in den man täglich über die rampe abgetaucht ist,

…und der orientierungstafeln, die immer noch den (farb)duft der 70iger-jahre versprüht.

…und dann in den gesprächen zurück zu (alten) verbindungen, die noch wunderbare frische in sich tragen, zurück zu alten „wunden“ und ihrer heilung, zurück zu gemeinsamen geschichten und momenten. und ein abend, an dem so manche bisher unausgesprochene (unerfüllte) „lebensbeichte“ (endlich) ausgesprochen wurde. ein abend der immer noch nachschwingt.

…(dahinrasende) stunden zurück in die zukunft.

p.s.: einfach danke!

…(stadt)ansichten nr. 51 …stichwort: nachhaltigkeit

…manchmal ergibt das eine unmittelbar das andere. und diese kette setzt sich dann fort. so ist es mir heut abend ergangen.

…mit meinem stiefsohn war ich heut abend zu seinem ministrantendienst in der kirche st. blasius in zuchering. hinten im kirchenschiff fiel mein blick auf das ökumenische magazin „kleine kniffe“ – für einen nachhaltigen einkauf.

…nach hause gekommen kam mir, dass in unserer stadt von seiten der „regierung“ demnächst verstärkt initiativen zum thema nachhaltigkeit kommen sollen. so habe ich einfach mal wegen des zeitschriftentitels bei google die begriffe „nachhaltige beschaffung ingolstadt“ eingegeben (wirklich). und hier das (ziemlich überraschende) suchergebnis:

…erster treffer: ein beitrag der grünen ingolstadt. dieser treffer verweist auf das programm zur kommunalwahl 2014. in dem entsprechenden programmabschnitt ist, neben vielen anderen punkte, zuerst aufgeführt, dass das beschaffungswesen der stadt komplett auf nachhaltige produkte umstellen sei.

…und wir, meine fraktionskolleg*innen und ich, haben wort gehalten. in der aktuellen stadtratsperiode haben wir – neben vielen anderen themen – auch immer wieder initiativen/anträge zum thema nachhaltigkeit gestellt, so etwa jüngst zur nachhaltigkeitseinschätzung von stadtratsinitiativen/-anträgen.

…denn: es gibt keinen planet b. und wir werden nicht müde werden. eom

…haiku nr. 41 …salz(burg)

fluss, ewige note

tönst laut in aller stille

salzt bunt die erde

…(stadt)ansichten nr. 50 …(herbst)gedanken

…als wollte es irgendwer, nicht der zufall, so. gerade eben fiel mein blick auf die bäume gegenüber unseres gartens. im morgenlicht dieses tages (fast) eine explosion der farben.

…alles ist da. gelb, die sonne. (noch) grün, das leben. braun(töne), die vergänglichkeit. und blau, die unendlichkeit.

…und dann beginnt der geist gedanken zu formen. heute ist der 21. oktober. in zwei monaten werde ich 50 jahre alt. und dann auch die 50. (stadt)ansicht hier. diese (herbstliche) explosion der bäume in der natur. gedanken gehen hin zu meinen lieben, hin zu meinen töchtern, hin zu gegangenen, hin zu (noch) kommenden.

…was formt sich? es formt sich die gewissheit, dass der herbst (des lebens) noch lange nicht da ist. jeden neuen morgen, jeden neuen tag gibt es neues licht, neue kraft weiter zu gehen, weiter zu machen, zu ändern, zum besseren zu (ver)wandeln.

…im vergehen liegt die kraft zu neuem. in jedem moment liegt die möglichkeit, etwas neues zu tun, neues zu schaffen. kein grund, zu verzagen, kein grund, sich zurückzuziehen, mit dem tun für ein besseres morgen aufzuhören.

…es formt sich die gewissheit, die überzeugung, dass jede(r) von uns, egal welchen alters, welchen geschlechts, welcher herkunft, welchen glaubens jeden tag die flamme (des lebens, der hoffnung, der liebe) in einem anderen menschen entzünden kann, um die fackel des lebens weiterzutragen.

…hab(t) einen wunderbaren tag, jeden tag, möge er auch noch so grau daherkommen. eine explosion des lichts (im herzen) ist immer möglich.

…(stadt)ansichten nr. 49 …kreuz, halbmond, kristall

…wenn es eine bewegung gibt, die menschlichkeit, grenzenlosigkeit und (selbstloses) helfen wie kaum eine andere verkörpert, dann ist es die (in den westlichen ländern sogenannte) rotkreuz- und die (in islamisch geprägten länder sogenannte) roterhalbmond-bewegung.

…und diese bewegung hat bei uns „auf der schanz“ in ingolstadt in meinen augen ein (politisches) statement vor der rettungswache, der türe wehen, das ich gerade in diesen tagen sehr wichtig und richtig finde.

…es sind dies die symbole des roten kreuzes, des roten halbmonds und des roten kristalls. für mich ein eindeutiges zeichen, dass über die unteschiedlichkeiten aller religionen, aller weltanschauungen hinweg eine kraft viel stärker, viel verbindender ist. es ist dies die kraft der (mit)menschlichkeit.

…in diesem sinne gehört das christentum, der islam, das judentum, der buddhismus, der hinduismus, der agnostizismus zu ingolstadt, zu bayern, zu deutschland, zu europa, zur welt. kein mensch ist illegal (auf diesem planeten).