…(stadt)ansichten nr. 47 …quo vadis?

…gestern, als ich am wochenmarkt war, war es noch nicht da. heute stand dann die frage im raum.

…in diesen zeiten, in diesem (bundes)land, auf diesem erdabschnitt, auf dem gesamten planeten eine berechtigte frage. wohin gehst du?

…die wegweiser auf der städtischen orientierungstafel am theatervorplatz geben hier sicherlich keine wirkliche hilfestellung.

…hilfreich kann hier vielmehr sein, sich noch ein paar mehr fragen (erstmal selbst) zu stellen. wie wollen wir leben? was ist ein gutes leben? wann ist mein leben gelungen? welche werte will ich in meine leben leben?

p.s.: ich weiß natürlich, dass das graffiti eine sachbeschädigung darstellt und habe es daher um 14:19 uhr auch über den mängelmelder der stadt ingolstadt mitgeteilt.

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…nur (m)ein gedanke am abend

…der himmel entflammt kurz nach zwanzig uhr im sonnenuntergang

…was für ein privileg, diesen moment erleben zu dürfen

…haiku nr. 40 …jetzt

kraftlose sonne

krallt sich in den tagesrand

gibt es ein morgen?

…kann es das (schon) gewesen sein?

…kann es das (schon) gewesen sein? …wie geht es weiter? …was bleibt?

…das sind fragen, die mir in diesen tagen, in diesem jahr immer wieder durch den kopf gehen. und wenn ich mich mit anderen, vor allem männern, unterhalte, dann stelle ich fest, dass nicht nur ich mir diese fragen stelle. ich merke, es beschäftigt viele.

…ja, es sind dies (natürlich) fragen des alters, des älterwerdens (ich werde am ende diesen jahres 50). es ist ein immer größer werdender rückblick. es ist ein begrenzter ausblick.

…nein, es ist aber nicht nur diese lebenszeit, kein (purer) lebensmitteblues.

…es ist auch diese zeit, diese unruhigen tage, die mich ins (nach)denken kommen lassen. denn ich frage mich immer mehr, wie es mit der art „mensch“ weiter gehen soll, weiter gehen wird und damit auch mit mir. an vielen punkten unserer gesellschaft spürt man, wird es offenbar, dass menschlichkeit, menschliches zusammenleben bröckelt, zerbricht.

…sei es, dass schiffe mit menschen, die ihre heimat verlassen haben, nicht in häfen einlaufen dürfen.

…sei es, dass eltern von ihren kindern getrennt werden.

…sei es, dass wir den klimawandel nicht mehr aufhalten können.

…sei es, dass präsidenten wieder beginnen, zu zündeln.

…sei es, dass nächstenliebe unschlägt in selbstliebe, in pure machterhaltung, in immer mehr streben nach materiellem wohlstand.

…sei es, sei es. wir haben diese erde, wir haben die zukunft aller lebewesen auf der blauen kugel in unseren händen. es liegt an dir, es liegt an mir.

…daher ist ( wie auch schon in unzähligen generationen zuvor) die frage „wie geht es weiter?“ angebracht. der unterschied zu den vergangenen menschenaltern ist in unserer zeit allerdings, dass wir an einem wendepunkt unser art, der menschheit angelangt sind. wir haben unsere lebensgrundlagen, unseren planeten, ausgequetscht wie eine zitrone. es tropfen die letzten tropfen öl aus dem inneren, die schale der erde beginnt zu welken.

…es mischen sich gedanken um das persönliche schicksal mit gedanken, sorgen, auch ängsten, um die zukunft der kinder, nicht nur eigenen. es kommen gedanken, wie es nach dem eigenen ende weitergehen wird. was bleibt?

…wenn die erinnerung im herzen, sei es auch nur eines einzelnen, bleibt, dann ist es (schon) genug. wenn frau oder mann die augen schließt und es wird warm ums herz, es kommen bilder, erinnerungsströme, dann ist es gut. dann wurde das wichtigste eine generation weiter gegeben, die liebe.

…ich will also weiter liebe geben, in achtsamkeit und demut, aber bestimmt, klar und deutlich, manchmal auch laut. ich will weiter, an allen stellen, an denen ich wirken kann, vielleicht ein wenig zum besseren wenden. das wird mir nicht in jedem augenblick, in jeder situation voll und ganz gelingen, denn ich bin (fehlbarer) mensch. ich will aber dafür arbeiten, dass irgendwann in zukunft einmal ein anderer mensch seine augen schließen kann und ihr/ihm wärme aus der erinnerung an mich zufließt.

…ich will bis zum letzten atemzug auf diesem planeten versuchen, in liebe zu leben. es ist noch hoffnung.

p.s.: das hier ist (auch) für die, die mich lieben, die ich liebe.

…haiku nr. 39 …sonntagnachmittag

zukunft voll im lauf

fröhlich rasensprinklernass

grau weicht der sonne

…(nicht nur) eine familiensache

…mitte 2016 hat mein bruder (s)ein erstes großes wissenschaftliches buch veröffentlicht.

…und nun ist anfang 2018 eine besprechung im journal of european studies erschienen (, die nicht in den familiären schubladen verschwinden soll, weshalb ich hier ein paar zeilen darüber schreibe). nachdem wir letztes jahr gemeinsam in nepal unterwegs waren und unsere geschwisterliche verbindung (als schon alte reifen um die 50 laufjahre) dabei runderneuert haben, freut mich diese buchbesprechung für ihn sehr. es muss zufriedenheit, ja glück, erzeugen, wenn ein eigenes, in mühevoller arbeit entstandenes werk andere leser, hier den rezensenten joachim whaley, so anspricht. aber lies kurz das fazit von prof. whaley selbst:

…was ich aus dem buch meines bruder neben äusserst interessanten einblicken und einsichten in die europäische „berggeschichte“ mitnehme, ist, dass wir in unseren bewegten zeiten sehr genau acht geben müssen, dass wir nichts und niemanden für unsere (eigenen) zwecke instrumentalisieren, sondern stets danach streben müssen, aus uns heraus, durch uns selbst wirksam zu werden. eom

…nicht nur mesir in manisa

…anlass der (delegations)reise in unsere partnerstadt manisa in der türkei war das 478. manisa mesir macunu festivali mit seinem höhepunkt am 29. april.

…doch neben den offiziellen terminen war diese reise in nicht mehr als insgesamt 2 1/2 tagen eine wertvolle begegnung mit den menschen in der türkei. weit weg von (tages)politik sind wir (stadträtin petra volkwein, kulturamtsleiter jürgen köhler und ich) in den dialog gekommen, einen sehr offenen und direkten, ehrlichen und freien dialog.

…wir haben land und leute näher kennen gelernt und es wurden uns manchmal auch kleine einblicke ins private gewährt.

…wir haben in hoffungsvolle, begeisterte augen geschaut und ich für mich habe auch begonnen, kontakte auf sportlicher, schwimmerischer ebene zu knüpfen. hier hat mir der zufall ein kleines geschenk gemacht. ich durfe einen trainer und eine türkische spitzenschwimmerin kennenlernen. und es ist interesse geweckt, uns bald mal in ingolstadt zu besuchen, denn der trainer bekam bei den bildern unseres sportbades richtiggehend leuchtende augen.

…also tage, die den blick, das herz für die menschen in der türkei für mich (wieder) geöffnet haben und antrieb, motivation sind, genau auf dieser (zwischen)menschlichen ebene freundschaft, (städte)partnerschaft und frieden zu leben.

…nun noch als kleiner appetitmacher (ganz ohne touristische erklärungen) ein paar eindrücke dieser tage in (dem bezirk) manisa.

…und hier noch das „m-team“ mit unserem begleiter, führer, übersetzer, der „guten seele“ kemal (in ingolstadt bestens bekannt), unseren beiden äußerst sympathischen begleiterinnen aus der stadtverwaltung manisa, stadträtin petra volkwein, kulturamtsleiter jürgen köhler und mir (und einem fröhlichen picture crasher).