…(stadt)ansichten nr. 66 …covid-19 verändert uns (hoffentlich) – updated

…in diesen tagen ist viel in bewegung. die covid-19 pandemie fegt über die erde hinweg. auch unsere heimat, unsere stadt ist in dieser schweren zeit getroffen. manche menschen leben in angst, manche menschen spielen die gefahr (völlig unverständlich und entgegen wissenschaftlichen erkenntnissen) herunter. die meisten menschen jedoch gehen rational, bewusst und achtsam mit der bedrohung, mit ihren mitmenschen um.

…es ist an vielen punkten unserer gesellschaft, nicht nur in deutschland, ein wieder näher zusammen kommen, wieder mehr mitmenschliche solidarität zu spüren. ein kleines, bezauberndes beispiel der solidarität, der hoffnung durfte ich heut nachmittag auf dem ausgang mit unserem hund (ist nach den geltenden ausgangsbeschränkungen ja erlaubt) im zucheringer wald erleben.

…da liegen neben dem rundweg ein zettel und eine schlange aus bunt bemalten steinen.

…eine schlange, eine kette der solidarität, ein spiel für die kinder, die derzeit weder in die kita noch in die schule gehen können. und für mich ein kleines liebenswertes zeichen, symbol für mein gefühl, dass „mia zam heutn.“ zam heutn heißt in diesen tagen insbesondere, dass wir zu hause bleiben und dann, wenn wir raus müssen, die vorsichtsregeln, also den abstand von 1,5-2 metern, einhalten und, dass wir uns, wann immer möglich, die hände waschen.

…dann wird dieser funken hoffnung, optimismus, der aus dieser geste am wegesrand spricht, bald wieder größer werden. und dieser zusammenhalt, diese neue solidarität wird (hoffentlich) diese schwere covid-19-zeit überdauern, unsere gesellschaft (zum besseren) verändern.

anne frank sagte hierzu: „wie wunderbar, dass niemand auch nur einen einzigen moment warten muss, bevor er anfangen kann, die welt zu verbessern.“

update: …vor vier tagen habe ich die schlange zum ersten mal gesehen und schaut, wie sie seitdem gewachsen ist. ich habe sie heute beim abendlichen waldlauf wieder gesehen, ein paar eindrücke mitgebracht und ich bin echt angetan…

…und ein paar steinerne kleinode

…(stadt)ansichten nr. 65 …(vielleicht) a bisserl zu viel des guten

…ingolstadt, soll, will (auch mehr) fahrradstadt werden. gute ansätze sind da, pläne und best-practice beispiele genug vorhanden, geld auch. doch glaubt man den „professionellen“ radfahrern des adfc und von brain sowie dem eigenen radfahrer-erleben, ist noch viel zu tun, zu verbessern.

…so könnten zum beispiel die vorrangrouten für den radverkehr konsequenter und schneller umgesetzt werden.

…aber manchmal wird meiner (stadt)ansicht nach auch manchmal a bisserl zu viel des guten gemacht. gemacht. gemacht, im versuch besonders gut zu sein. was meine ich? (beispielsweise) aktuell das hier:

…in letzter zeit ist im gesamten stadtgebiet, vielleicht auch im hinblick auf die landesgartenschau 2020, die beschilderung für den radverkehr in großem umfang erneuert und erweitert worden.

…die beiden bilder stammen von der ortverbindungstrasse zwischen haunwöhr, unsernherrn und dem schmalzbuckl an der vorrangroute 7 (südsüdwest-speiche). diese route wird meiner wahrnehmung nach fast ausschließlich von ortkundigen einheimischen radler*innen aus den südlichen ortteilen auf ihrem weg von und zur stadt benutzt. so auch regelmäßig von mir.

…angesichts der orts- und entfernungsangaben kommt hier für mich hier die frage auf, ob diese beschilderung einerseits für die einheimischen wirklich notwendig und andererseits für radtourist*innen wirklich sinnvoll ist. das dann auch noch auf (fast) freiem feld. (vielleicht) a bisserl zu viel des guten (weil kostet ja auch geld).

(…von dem „radrouten-weihnachtsbaum“ direkt an der ecke des alten rathauses will ich hier schon gar nicht mehr schreiben…)

…(stadt)ansichten nr. 64 …über den zaun geschaut

…ich habe heut mal etwas über den zaun geschaut. naja, nicht wirklich, sondern vielmehr ein wenig von oben herab.

…nachdem ich meiner mutter zu weihnachten einen dauerkarten-gutschein geschenkt habe und ich beim öffentlichen baustellenfest leider keine zeit hatte, habe ich heute mal einen blick vom parkdeck ost des westparks auf das gelände der landesgartenschau 2020 ingolstadt (ab 24.04.2020) geworfen.

…und was ich da so an diesem grauen dezembernachmittag gesehen habe, macht richtig lust, im kommenden jahr das ein oder andere mal auf das gelände, zu veranstaltungen zu gehen.

…noch ist viel zu tun (momentan ist über die feiertage ein wenig ruhe), aber wenn dann die wachstumsphase nächstes jahr beginnt, wird dieses areal im ingolstädter nordwesten mit sicherheit schnell ergrünen und erblühen. und, so denke ich, auch nach ende der landesgartenschau anfang oktober (dem 04.10.2020) hat ingolstadt in diesem bereich ein gutes stück lebensqualität gewonnen (so wie schon durch die landesgartenschau 1992 im klenzepark)

…und – schau bitte mal kurz rein 😉 – dieser film zur lgs 1992 wirkt jetzt 2019/2020 schon ein wenig arg aus der zeit gefallen. da sind die eindrücke der bauphase der lgs 2020 dann schön ruhig mit entspannender musik hinterlegt 🙂

…ich freue mich jedenfalls bereits auf die lgs 2020 und ihre besonderen veranstaltungen. wir sehen uns.

…(stadt)ansichten nr. 63 …mauern einreißen

…wenn es nacht wird in ingolstadt.

…wenn es nacht wird in ingolstadt, dann erstrahlen manch versteckte, unscheinbare, nicht sonderlich beachtete winkel der stadt in neuem licht.

…so auch dieses stück der alten stadtmauer.

…vieles verändert sich in diesen tagen, diesen zeiten. das klima, die gesellschaft, das miteinander, die menschlichkeit.

…es wird immer wichtiger, dringender werden, mauern im kopf, im denken, im handeln, im leben, in der realen welt einzureißen.

…tun wir das nicht, werden uns vielleicht an ende die mauern, unsere begrenztheit, unsere enge erschlagen, erdrücken, ersticken.

…das ist für mich die botschaft dieses bildes am tag der wintersonnenwende, am vorabend von weihnachten.

…(stadt)ansichten nr. 62 …mut aus verzweiflung

…ja, sachbeschädigung. ohne jeden zweifel.

…aber beim anblick dieser worte musste ich unweigerlich an einen beitrag im online-angebot der süddeutschen-zeitung denken, den ich heut morgen gelesen haben. er trägt den titel „die deutschen denken linker als sie wählen“ und gibt die ergebnisse einer aktuellen umfrage zur gesellschaftlichen stimmung wieder.

…und die worte da an der wand prangern einen mißstand in unserer gesellschaft an. noch immer entspricht die frauenquote in entscheider*innnen-positionen nicht der verteilung der geschlechter in der gesamtgesellschaft. noch immer immer liegt der gender pay gap, also der einkommensunterschied zwischen männern und frauen bei gleicher tätigkeit bei 21%.

…und, viel besorgniserregender, noch immer ist sexismus in unserer gesellschaft ein (leider) weit verbreitetes problem. so geben 38% der arbeitnehmerinnen an, bereits sexismus am arbeitsplatz erlitten (man kann hier nicht mehr schreiben „erlebt“) zu haben.

…und eine große pilotstudie des bundesministeriums für familie, senioren, frauen und jugend vom oktober 2019 zu „sexismus im alltag“ kommt am ende (s. 100) zu der mehr als ernüchternden aussage:

„Eine gesellschaftlich von allen geteilte gemeinsame Utopie gibt es offenbar nicht (mehr). Hier ist der gesellschaftliche Zusammen­halt ein Stück weit verloren gegangen. Je nach Utopie und normativer Vorstellung von einer guten und richtigen Gesellschaft sind die Filter für den Alltagssexismus unterschiedlich ausgebildet und kultiviert.“

…der text an der wand trifft daher eine bittere gesellschaftliche wahrheit auf den punkt. leider. eigentlich darf dieses thema 2020 ff. kein thema mehr sein. ist es aber. leider. es ist mut aus verzweiflung, so deutliche worte an eine wand zu pinseln. und ich kann den unbekannten nur zurufen: nur mut, bringt euch ein, artikuliert euch laut und deutlich, nur bitte nicht dieser form, denn am ende schadet das eurem ernsten anliegen. also: nur mut.

p.s.: mängelmelder-mitteilung um 19:18 am 19.12.

…(stadt)ansichten nr. 61 …alles neu macht der mai?

…irgendwo in ingolstadt steht dieser markierte baum. kerzengerade und hoch.

…er ist markiert von einer organisation, die mit diesem baum anfang nächsten mai wohl was traditionelles vorhat. denn ich vermute, dieser baum wird ein maibaum werden.

…das aufstellen von maibäumen hat, nicht nur in bayern, ein lange tradition und gehört fest zu unserem kulturkreis und kulturgut.

…in zeiten des klimawandels könnte/sollte diese tradition um einen neuen baustein erweitert werden.

…für jeden geschlagenen maibaum könnte/sollte die jeweilige organisation neue laubbäume und natürlich einen neuen maibaum in ihrem gebiet pflanzen. ganz freiwillig aus einer selbstverpflichtung heraus. schützend für die heimat, das klima, nachhaltig traditionell.

…über entsprechende bräuche des neupflanzens hab ich (noch) nichts gefunden und gehört (für anderweitige hinweise bin ich natürlich dankbar).

…meine ansicht, mein vorschlag: lasst uns (für maibäume) vielen, viele neue (mai)laubbäume pflanzen, denn ingolstadt kann mehr, muss mehr können als 1 mio. bäume in den nächsten 30 jahren.

…(stadt)ansichten nr. 60 …von jenseits des tellerrands

…vor kurzem war ich jenseits unserer stadtgrenzen und hab über den tellerrand geschaut.

…was ich dort gesehen habe, ist in meinem beitrag vom 24.11. für den blog o-thoene aus meiner feder niedergeschrieben: https://o-thoene.de/ein-paar-gedanken-von-jenseits-des-tellerrands

…auch ein beitrag zu mehr slowliving

…auch wenn ich grad wieder in den stadtgrenzen weile, werde ich nicht aufhören, über den tellerrand zu schauen. für meine lieben, für meine stadt, für meinen planeten.