…(stadt)ansichten nr. 70 …nepomuk

…sich momentan (außer mit dem öpnv) nur per fuß durch die stadt bewegen zu können, hat mobilitätsnachteile, aber auch unschätzbare vorteile. das tempo ist langsamer, der blick kann schweifen, das auge kann viel mehr eindrücke wahrnehmen. und es tun sich andere blickwinkel auf.

…ich fange (eigentlich entstand das bild als letztes auf dem heimweg auf meinem heutigen fußweg durch die stadt) in dieser covid 19-zeit mit einem stillen „zwiegespräch“ auf der konrad-adenauer-brücke an.

…der nepomuk (von bildhauer michael graßl) scheint sich mit dem namenlosen mund-nase-maske-träger auf dem hinweisschild zu unterhalten. worüber sie in dieser schwierigen zeit wohl sprechen?

…vielleicht über verschwiegenheit? nepomuk gilt ja neben seiner „funktion“ als brückenheiliger auch als patron des beichtgeheimnisses, der beichtväter und eben der verschwiegenheit.

….hier kommt mir in den sinn, dass so manch vertraulich gesprochenes wort in dieser neuen stadtratsperiode immer mal wieder ungeplant den weg nach draußen gefunden hat, was der sache, der gemeinsamen lösungsfindung und dem neuen geist der zusammenarbeit im ingolstädter stadtrat nicht unbedingt förderlich war und ist.

….gerade aber in dieser schwierigen corona-zeit ist es an der zeit, zusammenzustehen, zusammenzuhalten und keine (partei)politischen profilierungen zu versuchen (kommunalwahl ist ja auch erst wieder 2026).

…vielleicht erinnert der heilige nepomuk ja auf dem weg zur sitzung an die tugend der verschwiegenheit (insbesondere von nichtöffentlichen, vertraulichen sitzungen/treffen).

…das hinweisschild passt in diesem kontext auch gut hier her, denn manchmal ist es schlicht besser, im eigeninteresse und auch im interesse des gemeinwohls einfach den mund zu halten, sich eine maske vor den mund zu nehmen.

…auf meinem weg habe ich (schon auf dem weg in die stadt) dann weitere wunderschöne herbstliche eindrücke entlang der donau sammeln dürfen, die ich gerne weiter gebe.

…(m)ein lieblingsort

…kürzlich wurde bei den virtuellen tagen der nachhaltigkeit ingolstadt in einem workshop die frage nach dem lieblingsort der teilnehmer*innen gestellt. ich habe ganz spontan einen für mich ganz speziellen ort genannt. zu diesem ort hat es mich heute hingezogen.

…hingezogen, um etwas ruhe zu finden, mit der natur in verbindung zu kommen, um einfach die herbstliche sonne an diesem ort zu spüren und viel mehr.

…genug der worte. ich nehme dich nun kurz mit an diesen (fast schon magischen) ort.

…vielleicht kennst du diesen ort ja auch. ich will ihn jedenfalls (hier) für mich behalten. verwahren auch deswegen, weil er am anfang eines weges steht. und der ort hat mir heute einen wegweiser für den weiteren weg geschenkt. danke lieblingsort.

…back to basics

…so schaut es die kommenden drei monate bis anfang dezember in meiner rechten schulter aus, nachdem ich am 21.08. mit meinem rennrad (unverschuldet) gegen ein auto verloren habe.

…gott sei dank ist mir nicht mehr passiert. dafür bin ich sehr dankbar. auch mein radelhelm hat nur leichte kratzspuren vom schotterweg, auf den ich gefallen bin.

…so ereignisse, unfälle sind immer anlass, über seinen weg nachzudenken, sich zu justieren und, wie mein stiefsohn letzthin sagte: „merkst du den einschlag nicht?“, den einschlag zu reflektieren.

…jetzt sitze ich hier nach der mittäglichen gassi-runde mit unserem hund, warte auf die übertragung des zeitfahrens der diesjährigen tour de france (denn ich liebe das rennradfahren und werde es auch weiter betreiben) und komme (mal wieder) ins nachdenken.

…es ist, tut es immer noch, soviel passiert in diesem jahr. ein kräftezehrendes, forderndes jahr (ein wendejahr?), nach dem man nicht mehr so weitermachen kann, wie bisher.

…was sagt mir also mein „einschlag“, dieses jahr? schlicht und einfach, so wie es die überschrift schon sagt: back to basics.

…zurück zu dingen, menschen, beziehungen, die wirklich wichtig sind, tempo rausnehmen und mehr auf sich achten.

…was das ist, muss jede(r) für sich, muss ich für mich finden.

…und ich weiß, dass ich keins der beiden bilder hier nochmals sehen will.

…(stadt)ansichten nr. 69 …zurückgeben

…im frühjahr 2014 war es soweit. am 3 april 2014 berichtete der donaukurier über den abschluss der renaturierungsarbeiten am nordufer der donau zwischen ruderclub und staufstufe. schaut man sich das bild von vor etwas über 6 jahren in dem artikel an, war es dort noch kahl, die natur stand erst in den startlöchern, um sich das donauufer zurück zu holen.

…und nun? …nun hat sich die natur dieses stück donau wieder wunderbar zurück geholt. auf (m)einer abendlichen radrunde habe ich dieses wertvoll stück ingolstadt mal wieder besucht. aber schau selbst:

…wenn man sich diesem fleck respektvoll – so wie es sein soll – nähert, die augen, die sinne öffnet, kann man auch im kleinen wunderschöne augenblicke erleben. seien es die spiegelungen der sonne im fluss, seien es blumen, die ihre blüten zur sonne empor recken.

…und ganz im kleinen findet dann man auch kleinode. kleinode, deren „(bild)bearbeitung“ lohnt, um ihre einzigartigkeit etwas zu unterstreichen.

…das zurückgeben des nordufers der donau an diesem stück ingolstadt ist in meinen augen schlichtweg rundum gelungen. es zeigt, das zurückgeben sich lohnt, weil wieder wertvolle(s) natur(erleben) entsteht.

…(stadt)ansichten nr. 68 …es ist (noch) nicht vorbei

…ich war mit dem rad mal wieder unterwegs in der stadt. und ich habe in dieser immer noch andauernden, bei uns einstweilen auf kleiner flamme weiter köchelnden, corona-zeit eine weitere (vgl. schon die (stadt)ansichten nr. 65) schöne geste des zusammenhalts gesehen.

…ein große flamme (aus fäden an stöckchen im waldboden).

…eine flamme, die alle, die an der stelle (im zucheringer wald) vorbei kommen, durch das hinzufügen weiterer fäden am brennen halten können.

…eine flamme, ein netz aus dem werk vieler unbekannter menschen.

…und was mag mir, uns diese flamme, mit auf den weg geben?

…sie mahnt uns (vielleicht), jetzt gerade vor dem hintergrund der corona-pandemie, dass da draußen immer risiken sind (nicht nur dieser oder anderen viren), dass wir achtsam sein müssen im umgang mit dem virus, der natur, dem klima, unseren (mit)menschen, den weiteren (mit)geschöpfen, mit uns.

…und sie zeigt mir, uns, dass es alleine schwer ist, eine flamme am brennen zu halten, sondern dass es eines netzes, eines netzwerkes bedarf, um ein feuer zu entfachen, um etwas (mehr) zu bewegen.

…aber mir ist, auch angesichts dieses fundstücks heute, nicht bange, weil das feuer des zusammenhalts weiter brennt, es ist (noch) nicht vorbei.

…(stadt)ansichten nr. 67 …donauorte

…vielleicht suchst du ja auch manchmal am fluss, an der donau, orte der ruhe, des alleinseins, des (durch)atmens, der erdung, der kraft.

…ich habe hier ein angebot:

…(stadt)ansichten nr. 66 …was ist der mensch?

..da steht sie die frage in leuchtenden buchstaben an der westseite der ehemaligen gießereihalle in ingolstadt, der künftigen neuen heimat des mkk.

…eine frage, die abschließend nicht zu beantworten ist. jedes individuum wird, kann sie für sich unterschiedlich, mit anderen akzenten beantworten. und das ist gut so, denn nur dann entfaltet sich die individuliät, die grundlegende offenheit menschlichen lebens.

…und doch gibt es – gerade an einem solchen regnerischen, nachdenklichen, sonntagsbluesigen, abschiedsschwangeren tag – allgemeingültige werte, aussagen, die wohl jeder ernsthaften antwort auf die obige frage innewohnen.

…der mensch ist ein beständiges kommen und gehen. dazwischen liegt der versuch, der auftrag, das eigene leben, das leben für die (zukünftigen) mitmenschen, unsere kinder, deren kinder, die welt menschenwürdig zu gestalten, zu erhalten und mit sinn zu erfüllen.

…und da kommen dann wieder die werte ins spiel. ich will jetzt hier keine philosophische abhandlung starten, sondern dir nur ein paar worte von william shakespeare mit auf den weg geben, die mir (mal wieder) begegnet sind:

„live, love, and let be.“

…und (mit ein wenig meiner lebenserfahrung) immer auch: let go.

…(stadt)ansichten nr. 65 …covid-19 verändert uns (hoffentlich) – updated

…in diesen tagen ist viel in bewegung. die covid-19 pandemie fegt über die erde hinweg. auch unsere heimat, unsere stadt ist in dieser schweren zeit getroffen. manche menschen leben in angst, manche menschen spielen die gefahr (völlig unverständlich und entgegen wissenschaftlichen erkenntnissen) herunter. die meisten menschen jedoch gehen rational, bewusst und achtsam mit der bedrohung, mit ihren mitmenschen um.

…es ist an vielen punkten unserer gesellschaft, nicht nur in deutschland, ein wieder näher zusammen kommen, wieder mehr mitmenschliche solidarität zu spüren. ein kleines, bezauberndes beispiel der solidarität, der hoffnung durfte ich heut nachmittag auf dem ausgang mit unserem hund (ist nach den geltenden ausgangsbeschränkungen ja erlaubt) im zucheringer wald erleben.

…da liegen neben dem rundweg ein zettel und eine schlange aus bunt bemalten steinen.

…eine schlange, eine kette der solidarität, ein spiel für die kinder, die derzeit weder in die kita noch in die schule gehen können. und für mich ein kleines liebenswertes zeichen, symbol für mein gefühl, dass „mia zam heutn.“ zam heutn heißt in diesen tagen insbesondere, dass wir zu hause bleiben und dann, wenn wir raus müssen, die vorsichtsregeln, also den abstand von 1,5-2 metern, einhalten und, dass wir uns, wann immer möglich, die hände waschen.

…dann wird dieser funken hoffnung, optimismus, der aus dieser geste am wegesrand spricht, bald wieder größer werden. und dieser zusammenhalt, diese neue solidarität wird (hoffentlich) diese schwere covid-19-zeit überdauern, unsere gesellschaft (zum besseren) verändern.

anne frank sagte hierzu: „wie wunderbar, dass niemand auch nur einen einzigen moment warten muss, bevor er anfangen kann, die welt zu verbessern.“

update: …vor vier tagen habe ich die schlange zum ersten mal gesehen und schaut, wie sie seitdem gewachsen ist. ich habe sie heute beim abendlichen waldlauf wieder gesehen, ein paar eindrücke mitgebracht und ich bin echt angetan…

…und ein paar steinerne kleinode

…(stadt)ansichten nr. 64 …über den zaun geschaut

…ich habe heut mal etwas über den zaun geschaut. naja, nicht wirklich, sondern vielmehr ein wenig von oben herab.

…nachdem ich meiner mutter zu weihnachten einen dauerkarten-gutschein geschenkt habe und ich beim öffentlichen baustellenfest leider keine zeit hatte, habe ich heute mal einen blick vom parkdeck ost des westparks auf das gelände der landesgartenschau 2020 ingolstadt (ab 24.04.2020) geworfen.

…und was ich da so an diesem grauen dezembernachmittag gesehen habe, macht richtig lust, im kommenden jahr das ein oder andere mal auf das gelände, zu veranstaltungen zu gehen.

…noch ist viel zu tun (momentan ist über die feiertage ein wenig ruhe), aber wenn dann die wachstumsphase nächstes jahr beginnt, wird dieses areal im ingolstädter nordwesten mit sicherheit schnell ergrünen und erblühen. und, so denke ich, auch nach ende der landesgartenschau anfang oktober (dem 04.10.2020) hat ingolstadt in diesem bereich ein gutes stück lebensqualität gewonnen (so wie schon durch die landesgartenschau 1992 im klenzepark)

…und – schau bitte mal kurz rein 😉 – dieser film zur lgs 1992 wirkt jetzt 2019/2020 schon ein wenig arg aus der zeit gefallen. da sind die eindrücke der bauphase der lgs 2020 dann schön ruhig mit entspannender musik hinterlegt 🙂

…ich freue mich jedenfalls bereits auf die lgs 2020 und ihre besonderen veranstaltungen. wir sehen uns.

…(stadt)ansichten nr. 63 …mauern einreißen

…wenn es nacht wird in ingolstadt.

…wenn es nacht wird in ingolstadt, dann erstrahlen manch versteckte, unscheinbare, nicht sonderlich beachtete winkel der stadt in neuem licht.

…so auch dieses stück der alten stadtmauer.

…vieles verändert sich in diesen tagen, diesen zeiten. das klima, die gesellschaft, das miteinander, die menschlichkeit.

…es wird immer wichtiger, dringender werden, mauern im kopf, im denken, im handeln, im leben, in der realen welt einzureißen.

…tun wir das nicht, werden uns vielleicht an ende die mauern, unsere begrenztheit, unsere enge erschlagen, erdrücken, ersticken.

…das ist für mich die botschaft dieses bildes am tag der wintersonnenwende, am vorabend von weihnachten.