…(stadt)ansichten nr. 42 …wasser marsch

…das neue sportbad ingolstadt ist nun seit einem jahr eröffnet, in betrieb. schon im ersten halben jahr konnten dort über 50.000 besucher*innen gezählt werden. und für den schwimmverein ingolstadt, den sc delphin, ist das sportbad eine hervorragende trainingsstätte geworden.

…am 21.04.2017 durfte ich nun auch durch ein überwältigendes votum der mitgliederversammlung präsident des sc delphin werden. ich trete in große fußstapfen meines vorgängers, roland knoll, und freue mich sehr auf diese neue herausforderung. eine leidenschaftliche beziehung zum schwimmsport, die in meinen jungen jahren, in den 1980igern, begann findet damit eine verantwortungsvolle fortsetzung. doch gemeinsam mit dem neuen vorstandsteam (auf dem nachfolgenden foto von links nach rechts: jürgen seidel – vizepräsident verwaltung, ich, petra drieling – schriftführerin, jean-marcel diegeler – vizepräsident sport,  johannes hägler- schatzmeister) werde ich für den sc delphin, für seine mitglieder, die sportler*innen, für den schwimmsport in ingolstadt mein bestes geben.

…und unmittelbar nach „amtsantritt“ steht schon das erste großereignis, der erste große wettkampf im sportbad ingolstadt an. am 29./30.04.2017 finden dort die süddeutschen jahrgangsmeisterschaften 2017 statt, die der psv eichstätt gemeinsam mit dem sc delphin ausrichtet. der letzte wassertest heut nachmittag war top und ab nächsten freitagnachmittag steht mein wochenende unter dem zeichen „wasser“, es heißt wasser marsch. 

…es nehmen natürlich auch zahlreiche schwimmer*innen des sc delphin teil. die leistungsgruppe 1 konnte ich heut nachmittag schon beim sonntagstraining im sportbad mit ihrem engagierten trainer sascha kuhls beobachten. ich freu mich auf die süddeutschen (mit hoffentlich zahlreichen zuschauern aus ingolstadt) und auf meine zeit in veranwortung beim sc delphin ingolstadt.

…standort(be)stimmung

…der moment, in dem man soviel sagen möchte, 

sagen müsste, 

aber in dem man einfach nichts (mehr) sagen kann, zu sagen (übrig) hat…

…haiku nr. 30 …sein

neue knospen schaun

die blume steht still im wind

friede weht durchs herz

…haiku nr. 29 …worte

worte ein windhauch

fortgetragen in die zeit

fels kennt sie alle

…in eigener sache …(nicht nur ingolstädter) mitbürger*innen bitte (ver/be)urteilt selbst



…ich dokumentiere hier meinen offenen brief vom 24.02.2017 an ob dr. lösel (per mail um 6:29) und die pressemeldung der fraktionen im ingolstädter rathaus (fw/csu) vom 07.03.2017. 

…bitte (ver/be)urteile(n sie) selbst. mehr sag ich nicht. ich vertaue auf dein/ihr urteilsvermögen (die kommentarfunktion ist selbstverständlich offen).

…der brief:

„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Lösel,

der ERC hat schon mit dem Dauerkartenverkauf für die Saison 2017/2018 begonnen. Den Interessentinnen und Interessenten wird dazu vom ERC (News vom 21.02.2017) mitgeteilt, dass in der Dauerkarte 2017/18 die An- und Abfahrt mit den Öffentlichen, also den Bussen der INVG, nicht mehr inclusive ist, der Rahmenvertrag sei ausgelaufen und dass „die Kooperation trotz Bemühungen des ERC nicht fortgesetzt werden konnte.“

Vor dem Hintergrund der angespannten Parkplatzsituation an der/um die SaturnArena und unter Umweltgesichtspunkten eine sehr unerfreuliche Nachricht.

Umso unerfreulicher ist, dass auch die andere Vertragspartei kein „Verschulden“ auf ihre Seite sieht. Dem ERC sei vielmehr eine Lösung angeboten worden, bei der mit jeder verkauften Karte ein fester Betrag an die INVG abzuführen sei. Dies sei eine Gestaltung, die in ähnlicher Weise mit dem FC Ingolstadt erfolgreich abgeschlossen worden sei. Die bisherigen Gespräche mit dem ERC hätten aber noch zu keiner Einigung geführt.

Der ERC schafft nun gegenüber seinen Fans mit der erwähnten Mitteilung offenbar vollendete Tatsachen. Aber noch läuft ja die (hoffentlich in den (Pre-)Playoffs erfolgreiche) Saison 2016/2017 und es genügend Zeit, ein Lösung zu finden.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, wir möchten Sie daher dringend bitten, auf die Vertragsparteien vermittelnd einzuwirken, um eine für unsere Umwelt und vor allem für unser Fans des ERC gute Lösung zu finden.

Anlässlich dessen könnte beim ERC auch die für die Fans unbefriedigende Situation angesprochen werden, dass seit Neuverpachtung der Gaststätte in der zweiten Eishalle während DEL-Spielen kein Übergang mehr von der SaturnArena möglich ist. Eine Regelung zwischen dem ERC und dem aktuellen Pächter der Gaststätte scheint Schwierigkeiten zu bereiten. Auch hier wäre Ihre Vermittlung im Dienste der Eishockeyfans wünschenswert.

Freundliche Grüße

Christian Höbusch

(für die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen)

cc: Den Medien zur Kenntnis.“

…die reaktion:

…nur noch:

„wer fehler finden will, findet sie auch im paradies.“ (henry david thoreau)

…(stadt)ansichten nr. 41 …über political correctness

…wie oft bin ich schon daran vorbei gegangen, bin daran vorbei geradelt? ich wusste, dass es diesen namen hat, dass es in der donaustrasse in ingolstadt liegt. aber es hat mich nicht gestört, hat kein nachdenken in mir ausgelöst. war das falsch?

…erst als ich auf eine veränderung dort aufmerksam gemacht wurde, habe ich begonnen, mich damit auseinander zu setzen. ich meine das cafe mohrenkopf in ingolstadt (die beiden bilder sind heute vormittag aufgenommen).

…warum beschäftigt mich dieser ort gerade jetzt? er tut es, weil unbekannte den lokalnamen um zwei punkte erweitert haben und damit das cafe nun dort „möhrenkopf“ heisst.

…es meinen also mitmenschen, dass der ursprüngliche name so nicht politisch korrekt ist. oder war es nur ein scherz aus lust an einen naheliegenden wortspiel? ich nehme es mal nicht an. anlass also, sich auch hier ein paar gedanken zu machen.

…ich ging zunächst zur (kultur)geschichte des wortes „mohr“. und schon der wikipedia-beitrag zu dem wort „mohr“ zeigt die vielfältigen aspekte dieser vier buchstaben. diese reichen vom (nun) schokokuss über friedrich schiller hin zum persönlichen wappen von papst benedikt xvi und natürlich auch bis hin zu der seit den 1980/90er-jahren zunehmend (politisch) kritischer gesehenen wortverwendung (so wurde etwa in der schweiz im jahr 1998 für die beschimpfung einer nachbarin als „mohrenkopf“ eine geldstrafe von 300 franken verhängt).

…ich habe heute nachmittag an der „demonstration gegen abschiebelager“ in ingolstadt teilgenommen und dort schilderungen von flüchtlingen gehört, die mich schaudern gemacht haben. schaudern angesichts ihrer aktuellen situation, schaudern aber auch angesichts ihrer fluchtgeschichten.

…vor diesem hintergrund, vor dem hintergrund, dass menschen im jahr 2017 immer noch auf ihrer flucht auf dem mittelmeer ihr leben aufs spiel setzen, es zahlreich verlieren, halte ich es (lieber) mit der beurteilung der eidgenössischen kommission gegen rassismus. diese ist der meinung, dass es beim streit um das wort „mohrenkopf“ nicht um politische korrektheit gehe,  sondern die problematisierung dieses begriffes vielmehr angesichts der tausenden toten im mittelmeer ein „luxusproblem“ darstelle. so sehe ich es auch. 

…ich halte es (und darum steht die kreative veränderung des cafe-namens wohl auch immer noch dort) in diesem fall (im übertragenen und im wörtlichen sinn) mit goethe und (wieder) schiller: 

leben und leben lassen.

…(stadt)ansichten nr. 40 …1964 – 2017 – eine einladung 

…1964 – 2017, ein zeitraum von mehr als 50 jahren. ein zeitraum, in dem das hallenbad mitte in ingolstadt an/im glacis stand (gleich ausschnitt s. 46/47 aus „ingolstadt im fokus“, hrsg. von ernst pöhler, verlag friedrich pustet).

 

…bald wird es aber nicht mehr da sein. ab der kalenderwoche 7 wird das hallenbad mitte abgerissen werden. denn mit dem sportbad (oben rechts 2015 noch im bau) steht ganz in der nähe ein neues, hervorragendes 50m-schwimmbad. im april 2016 waren einige fotografinnen und fotografen nach schließung des hallenbad mitte aber nochmals dort und haben das bad, seine architektur dokumentiert. ich habe mich damals mit einer sofortbildkamera herumgetrieben.


…aus anlass des (beginnenden) abriss werden im foyer des sportbades ab 17.2. (eröffnungsveranstaltung um 17:00) fotografien des alten hallenbades ausgestellt werden. wer nochmal in den charme der 60er jahre eintauchen möchte, ist herzlich eingeladen, sich die fotos während der öffnungszeiten des sportbades anzuschauen. vielleicht schließt dann so manche ingolstädterin, so manch ingolstädter kurz die augen und ist dann wieder beim ersten schwimmkurs im „mitte“. ich hatte die augen gerade zu.