…(stadt)ansichten nr. 73 …(licht)streifzug

…irgendwie hatte ich am abend dieses ersten weihnachtstages noch lust auf etwas luft, bewegung und licht. ich hab mich daher auf den weg in die innenstadt gemacht. und ich habe luft, bewegung und licht gefunden.

…und dann (in der innenstadt die einzige) eine weihnachtliche fassadenillumnination der schutterstr. 14

…schon alleine diese beiden eindrücke belegen (für mich), dass der spruch am giebel des stadttheaters seine berechtigung hat:

…(stadt)ansichten nr. 72 …aschenputtel

…die baustellen auf dem ehemaligen gießereigelände in ingolstadt an diesem nebeligen, trüben samstag im dezember sind noch verhüllt. sie stehen unfertig, grau da.

…das kavalier dallwigk (von osten gesehen)
…das congress-zentrum (nach norden)
…die gießereihalle …das zukünftige mkkd (ebenfalls nach norden)

…insgesamt vier große – zählt man das congress-hotel (auf dem ersten bild im hintergrund) dazu – bauvorhaben, die diesen bereich in den nächsten jahrzehnten mit (neben der audi-akademie und der thi ingolstadt) prägen werden.

…allesamt noch unfertig, noch nicht angekommen.

…geht man aber schon jetzt über das areal, vermag man zu spüren, dass hier was im entstehen ist. man kann erste beziehungen der gebäudlichkeiten untereinander wahrnehmen. man kann sich die orte belebt vorstellen, begrünt und in schönerer witterung.

…bei aller berechtigten (leider zu großen teilen fruchtlosen) kritik an der entwicklung des gebietes in der vergangenheit, bei aller anhaltenden kritik in der gegenwart liegt in diesem areal, so wie es nun entsteht, ein chance für unsere stadt. aschenputtel eben.

…eine chance auf mehr urbanisierung, auf mehr großstadt. nutzen wir diese chance, denn am ende sind es nicht nur die gebäude, sondern es ist leben, nutzung, die wirkung, die austrahlung erzeugen.

…(stadt)ansichten nr. 71 …zustandsbeschreibung

…ich war heut nachmittag (zulässigerweise unter der geltung der 11. bayifsvm) unterwegs und konnte dieses graffiti einfach nicht unfotografiert lassen.

…was siehst du in diesem graffiti?

…ich sehe darin ein melancholisches, leicht frustriertes eichhörnchen, das sich etwas ängstlich umsieht. für mich, daher musste ich es auch fotografieren, ein kleiner spiegel dieser tage, dieser zeit.

…es liegt nämlich ein wenig melancholie, angst über unserem land, unserer stadt. nicht zu unrecht, denn die kommenden wochen, die kommenden monate werden zeigen, wie und mit welchen blessuren, welchen erfahrungen, welchen lehren wir aus dieser 2. welle der corona-pandemie herauskommen, weitergehen werden.

…“weitergehen“, das ist das stichwort. denn bei aller melancholie, aller angst, aller unsicherheit, die uns in dieser zeit, individuell und auch als gesellschaft, beschäftigt, belastet, steht eines fest: es wird weitergehen. die corona-pandemie wird beherrscht werden, eine neue „normalität“ wird im kommenden jahr wieder immer mehr raum greifen.

…es bleiben dabei natürlich alle weiteren probleme (klimakrise, soziale ungleichheit, fluchtbewegungen weltweit etc., etc.), aber, wenn wir es denn zulassen, diese pandemie eröffnet uns auch neue chancen.

…chancen, als gesellschaft wieder mehr zusammenhalt, solidarität zu leben. chancen, als individuen, wieder mehr in beziehung, in kontakt zu unseren mitmenschen, unseren lieben zu kommen.

…ich will, muss es versuchen, auch auf die gefahr hin, an der ein oder anderen stelle zu scheitern. aber auch dann gibt es einen anderen, neuen weg, der weiterführt.

…und dieser sonnenaufgang soll uns mut geben, weiterzugehen…

(bild) vladimir osipov, wellington (nz)

…gedanken über solidarität

…solidarität oder solidaritätsverweigerung. gemeinwohl oder eigenwohl.

…in diesen corona-pandemie-zeiten zentrale begriffe, gegensatzpaare, deren erfüllung mit konkretem leben, mit handelm über den weiteren weg unserer gesellschaft (hier in deutschland), der ganzen welt entscheiden wird.

…bei jonathan safran foer habe ich dazu heute diesen satz gelesen:

„wenn wir jetzt nicht durch kleine kollektive opfer solidarität demonstrieren, werden wir den krieg nicht gewinnen, und wenn wir den krieg nicht gewinnen, verlieren wir das elternhaus eines jeden menschen, der je gelebt hat.“

…geschrieben hat er diesen satz in seinem buch „wir sind das klima!“ (3. auflage 2019, s. 159). bezogen hat er ihn auf den globalen klimawandel und dessen folgen.

…sein grundgedanke, seine aussage ist aber auf noch (leider) so viele sachverhalte in unserer zeit, insbesondere im sog. „westen“, zu übertragen. genannt seinen hier nur die bereiche der inklusion, der immer weiter auseinander driftenden einkommensdifferenzen, des gender-pay-gap, und, und, und. und aktuell eben auch auf die covid-19-pandemie.

…um solidarität zu leben, kommt es auf die innere haltung an. nur, wenn diese sich weg bewegt vom ausschließlichen eigenwohl hin zu einer stärkeren orientierung auf das gemeinwohl, dann kann wandel, kann change stattfinden.

…welche gesellschaften kommen denn besser mit der aktuellen pandemie zurecht? schaut man rund um den globus, so sind dies – natürlich neben weiteren faktoren – meiner wahrnehmung nach gesellschaften, in denen der grundlegende gesellschaftliche zusammenhalt, die individuelle einordnung zugunsten eines gemeinsamen ziels noch stärker ausgeprägt sind, als in den hochindividualisierten gesellschaften des sog. „westens“ (auch da mit graduellen und regionalen unterschieden).

…nehmen wir uns ein beispiel. lassen wir uns positiv inspirieren. legen wir unsere gefühlten, individualistischen wahrheiten beiseite. üben wir ein wenig demut, sprich: haben wir mut, dem gemeinwohl zu dienen.

…und bringen wir kleine kollektive opfer. für unsere lieben, für unseren nächsten, für unsere stadt, für unser land, für die erde, für die zukunft.

…so, download solidarity. fast!

…(stadt)ansichten nr. 70 …nepomuk

…sich momentan (außer mit dem öpnv) nur per fuß durch die stadt bewegen zu können, hat mobilitätsnachteile, aber auch unschätzbare vorteile. das tempo ist langsamer, der blick kann schweifen, das auge kann viel mehr eindrücke wahrnehmen. und es tun sich andere blickwinkel auf.

…ich fange (eigentlich entstand das bild als letztes auf dem heimweg auf meinem heutigen fußweg durch die stadt) in dieser covid 19-zeit mit einem stillen „zwiegespräch“ auf der konrad-adenauer-brücke an.

…der nepomuk (von bildhauer michael graßl) scheint sich mit dem namenlosen mund-nase-maske-träger auf dem hinweisschild zu unterhalten. worüber sie in dieser schwierigen zeit wohl sprechen?

…vielleicht über verschwiegenheit? nepomuk gilt ja neben seiner „funktion“ als brückenheiliger auch als patron des beichtgeheimnisses, der beichtväter und eben der verschwiegenheit.

….hier kommt mir in den sinn, dass so manch vertraulich gesprochenes wort in dieser neuen stadtratsperiode immer mal wieder ungeplant den weg nach draußen gefunden hat, was der sache, der gemeinsamen lösungsfindung und dem neuen geist der zusammenarbeit im ingolstädter stadtrat nicht unbedingt förderlich war und ist.

….gerade aber in dieser schwierigen corona-zeit ist es an der zeit, zusammenzustehen, zusammenzuhalten und keine (partei)politischen profilierungen zu versuchen (kommunalwahl ist ja auch erst wieder 2026).

…vielleicht erinnert der heilige nepomuk ja auf dem weg zur sitzung an die tugend der verschwiegenheit (insbesondere von nichtöffentlichen, vertraulichen sitzungen/treffen).

…das hinweisschild passt in diesem kontext auch gut hier her, denn manchmal ist es schlicht besser, im eigeninteresse und auch im interesse des gemeinwohls einfach den mund zu halten, sich eine maske vor den mund zu nehmen.

…auf meinem weg habe ich (schon auf dem weg in die stadt) dann weitere wunderschöne herbstliche eindrücke entlang der donau sammeln dürfen, die ich gerne weiter gebe.

…(m)ein lieblingsort

…kürzlich wurde bei den virtuellen tagen der nachhaltigkeit ingolstadt in einem workshop die frage nach dem lieblingsort der teilnehmer*innen gestellt. ich habe ganz spontan einen für mich ganz speziellen ort genannt. zu diesem ort hat es mich heute hingezogen.

…hingezogen, um etwas ruhe zu finden, mit der natur in verbindung zu kommen, um einfach die herbstliche sonne an diesem ort zu spüren und viel mehr.

…genug der worte. ich nehme dich nun kurz mit an diesen (fast schon magischen) ort.

…vielleicht kennst du diesen ort ja auch. ich will ihn jedenfalls (hier) für mich behalten. verwahren auch deswegen, weil er am anfang eines weges steht. und der ort hat mir heute einen wegweiser für den weiteren weg geschenkt. danke lieblingsort.

…back to basics

…so schaut es die kommenden drei monate bis anfang dezember in meiner rechten schulter aus, nachdem ich am 21.08. mit meinem rennrad (unverschuldet) gegen ein auto verloren habe.

…gott sei dank ist mir nicht mehr passiert. dafür bin ich sehr dankbar. auch mein radelhelm hat nur leichte kratzspuren vom schotterweg, auf den ich gefallen bin.

…so ereignisse, unfälle sind immer anlass, über seinen weg nachzudenken, sich zu justieren und, wie mein stiefsohn letzthin sagte: „merkst du den einschlag nicht?“, den einschlag zu reflektieren.

…jetzt sitze ich hier nach der mittäglichen gassi-runde mit unserem hund, warte auf die übertragung des zeitfahrens der diesjährigen tour de france (denn ich liebe das rennradfahren und werde es auch weiter betreiben) und komme (mal wieder) ins nachdenken.

…es ist, tut es immer noch, soviel passiert in diesem jahr. ein kräftezehrendes, forderndes jahr (ein wendejahr?), nach dem man nicht mehr so weitermachen kann, wie bisher.

…was sagt mir also mein „einschlag“, dieses jahr? schlicht und einfach, so wie es die überschrift schon sagt: back to basics.

…zurück zu dingen, menschen, beziehungen, die wirklich wichtig sind, tempo rausnehmen und mehr auf sich achten.

…was das ist, muss jede(r) für sich, muss ich für mich finden.

…und ich weiß, dass ich keins der beiden bilder hier nochmals sehen will.

…(stadt)ansichten nr. 69 …zurückgeben

…im frühjahr 2014 war es soweit. am 3 april 2014 berichtete der donaukurier über den abschluss der renaturierungsarbeiten am nordufer der donau zwischen ruderclub und staufstufe. schaut man sich das bild von vor etwas über 6 jahren in dem artikel an, war es dort noch kahl, die natur stand erst in den startlöchern, um sich das donauufer zurück zu holen.

…und nun? …nun hat sich die natur dieses stück donau wieder wunderbar zurück geholt. auf (m)einer abendlichen radrunde habe ich dieses wertvoll stück ingolstadt mal wieder besucht. aber schau selbst:

…wenn man sich diesem fleck respektvoll – so wie es sein soll – nähert, die augen, die sinne öffnet, kann man auch im kleinen wunderschöne augenblicke erleben. seien es die spiegelungen der sonne im fluss, seien es blumen, die ihre blüten zur sonne empor recken.

…und ganz im kleinen findet dann man auch kleinode. kleinode, deren „(bild)bearbeitung“ lohnt, um ihre einzigartigkeit etwas zu unterstreichen.

…das zurückgeben des nordufers der donau an diesem stück ingolstadt ist in meinen augen schlichtweg rundum gelungen. es zeigt, das zurückgeben sich lohnt, weil wieder wertvolle(s) natur(erleben) entsteht.

…(stadt)ansichten nr. 68 …es ist (noch) nicht vorbei

…ich war mit dem rad mal wieder unterwegs in der stadt. und ich habe in dieser immer noch andauernden, bei uns einstweilen auf kleiner flamme weiter köchelnden, corona-zeit eine weitere (vgl. schon die (stadt)ansichten nr. 65) schöne geste des zusammenhalts gesehen.

…ein große flamme (aus fäden an stöckchen im waldboden).

…eine flamme, die alle, die an der stelle (im zucheringer wald) vorbei kommen, durch das hinzufügen weiterer fäden am brennen halten können.

…eine flamme, ein netz aus dem werk vieler unbekannter menschen.

…und was mag mir, uns diese flamme, mit auf den weg geben?

…sie mahnt uns (vielleicht), jetzt gerade vor dem hintergrund der corona-pandemie, dass da draußen immer risiken sind (nicht nur dieser oder anderen viren), dass wir achtsam sein müssen im umgang mit dem virus, der natur, dem klima, unseren (mit)menschen, den weiteren (mit)geschöpfen, mit uns.

…und sie zeigt mir, uns, dass es alleine schwer ist, eine flamme am brennen zu halten, sondern dass es eines netzes, eines netzwerkes bedarf, um ein feuer zu entfachen, um etwas (mehr) zu bewegen.

…aber mir ist, auch angesichts dieses fundstücks heute, nicht bange, weil das feuer des zusammenhalts weiter brennt, es ist (noch) nicht vorbei.

…(stadt)ansichten nr. 67 …donauorte

…vielleicht suchst du ja auch manchmal am fluss, an der donau, orte der ruhe, des alleinseins, des (durch)atmens, der erdung, der kraft.

…ich habe hier ein angebot: