Archiv des Autors: hoebusch

…haiku nr. 35 …du

sprössling verwurzelt

schon tief nun täglich strebst du

höher hoch ins licht

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…stadtansichten nr. 44 …ein auftrag 

…ich war heut abend mit einer meiner töchter in einer aufführung des theaters ingolstadt. (eigentlich) einem stück für kinder, für die zukunft unserer kinder. einem stück um die rettung der welt, denn rette welt wer kann.

…ein stück über klimawandel, verantwortung und nachhaltigkeit. bewegend, aufrührend und motivierend. als mitglied der zielgruppe „(kommunal)politiker“ bin ich schon sehr gespannt, was uns die jungen zuschauerinnen und zuschauer (als antworten auf verschiedene fragen nach ende des stücks) so als ideen, wünsche, visionen ins stammbuch geschrieben haben. ich stehe bereit für einen dialog darüber. und ich will diese ideen gerne für mein weiteres handeln aufnehmen, für unsere kinder, für deren zukunft. denn es ist mir ein auftrag. denn es gibt keinen planet b.

…mein(e) nepal(momente)

…sind inneres erleben, in worten kaum auszudrücken. mit bildern, gerüchen, tönen, gesten, melodien sind nun erinnerungen, sind gefühle und gedanken verbunden. für mich einzigartig, wunderbar und manchmal auch tief berührend. 

…statt vieler worte deshalb hier einfach bilder meiner reise nach nepal, in den himalaya vom 4. bis 22. oktober 2017. und dazwischen doch drei versuche, mein erleben in wenige worte zu fassen. 

himalayku nr. 1:

himmel so nah

glocke des yaks im nebel

morgens strahlt der berg

himalayku nr. 2:

tigerspur im staub

raben in weißen lüften

dem himmel so nah

himalayku nr. 3:

der bach fließt vorbei

berg liegt warm im abendlicht

leben ist jetzt, da

…und der weg geht weiter (immer mit dem sagarmatha hinter mir, im hinterkopf) 

Zwei Stunden in Kathmandu…

…im Oktober haben leider nicht ausgereicht, um einen Lehmofen der Ofenmacher selbst anzusehen, um die unmittelbaren Verbesserungen für die Menschen in Nepal selbst zu erleben. Zwei Stunden in Kathmandu aber haben ausgereicht, um zu erfahren, wie aus einer Idee, der Umsetzung dieser Idee ganz konkret das Leben von Mitmenschen zum Positiven verändert werden kann.

Anfang Oktober traf ich mich während einer Reise nach Nepal mit Frau Anita Badal, Geschäftsführerin von Swastha Chulo Nepal, der Partnerorganisation des Vereins „Die Ofenmacher e.V.„, um vor Ort noch mehr über den Bau von rauchfreien Lehmöfen in ländlichen Gebieten Nepals zu erfahren. Es waren intensive und motivierende zwei Stunden in Kathmandu.

Nicht immer nur Verbrennungsopfer behandeln zu müssen, wenn sprichwörtlich das „Kind schon ins (hier) Feuer gefallen“ ist, war für Pflegekräfte und Ärzte einer Klinik in Kathmandu der Auslöser, um aktiv in Vorsorgearbeit einsteigen zu wollen. Und das am besten am Ursprung, den Verbrennungsursachen, den offenen Feuer(Koch)stellen in den Häuser des ländlichen Nepals. Um den Menschen konkret zu helfen, bedurfte/bedarf es nur einfacher Lehmöfen, die das offene Feuer umschließen und die durch einen einfachen Abzug nach draussen den Rauch aus den Räumen ausleiten. 

Bild: Die Ofenmacher e.V.


Es war die Idee des Ofenbaus geboren, der Grundstein der Ofenmacher, des Ofenmacher e.V. gelegt. Nun bedurfte es noch des Aufbaus von Strukturen, der behördlichen Unterstützung/Anerkennung und der Gründung einer nepalesischen Partnerorganisation, um mit dem Ofenbau loslegen zu können.

Aktuell werden über die Ofenmacher rund 10.000 rauchfreie Lehmöfen pro Jahr in den ihnen zugeteilten drei Distrikten Nepals errichtet und dies zu Kosten von umgerechnet 10 Euro pro Ofen. Die nepalesische Regierung hat sich kürzlich ein „Rauchfreies Nepal 2022“ zum Ziel ihres Handelns gesetzt. Dorthin wird es aber kein leichter Weg sein, doch neben den Ofenmachern wirken in Nepal noch zahlreiche weitere Organisationen mit, um das ehrgeizige Ziel eines rauchfreien Nepals in 2022 tatsächlich zu erreichen.

Rauchfreie Küchenöfen haben zahlreiche positive Auswirkungen auf das Leben der Menschen vor Ort. Neben den unmittelbaren gesundheitlichen Aspekten (weniger Verbrennungen, weniger Atemwegserkrankungen), haben die Öfen auch wichtige soziale Verbesserungen zur Folge. So können sich Familien, vor allem auch Kinder bei ihren Müttern, wieder gemeinsam im zentralen Raum ihres Zuhauses treffen und aufhalten, dies stärkt und stabilisiert die Familienstrukturen. 

Bild: Die Ofenmacher e.V.

Das Wissen um den Ofenbau wird von lokalen MultiplikatorInnen an ihre Mitmenschen weitergegeben. Hier sind es insbesondere Frauen, die andere BewohnerInnen im Ofenbau anleiten und dafür selbstverständlich durch die nepalesische Partnerorganisation der Ofenmacher entlohnt werden. Der monatliche Verdienst von 20.000 bis 30.000 nepalesischen Rupien (umgerechnet um 200 Euro herum) ermöglicht es diesen Frauen beispielsweise, ihren Kindern eine bessere Bildung, Ausbildung zu finanzieren. Zudem trägt der eigene Verdienst auch zu einer stärkeren Emanzipation dieser Frauen in der meist ländlichen Gesellschaft bei. Auch diese positiven Wirkungen tragen zur Motivation weiterer Frauen bei, sich im Ofenbau zu engagieren.

Neben der unmittelbaren Unterstützung des Ofenbaus durch Spenden an die Ofenmacher kann man dadurch auch bei Reisen den individuellen „Kohlendioxid-Abdruck“, den sog. „carbon footprint“, reduzieren. Die Ofenmacher sind durch die Organisation „The Gold Standard“ für die Ausstellung von Kompensationszertifikaten anerkannt. Ich habe für meine Reise nach Nepal entsprechend kompensiert.

Weitere Details und ergänzende Informationen, auch über die Aktivitäten der Ofenmacher in Afrika, finden sich auf https://ofenmacher.org/  

Und ich bin nun auch Mitglied des „Die Ofenmacher e.V.“, weil ich von der unmittelbaren Wirksamkeit und deren positiven Effekten auf das Leben von Mitmenschen in Nepal und Afrika zutiefst überzeugt bin. Punkt.

…öffnen

…nur noch wenige tage und ich mache mich auf einen weg. auf den weg zum dach der welt. ich werde hier natürlich nach meiner heimkehr davon berichten.

…ich bin in diesen fast 50 jahren des hierseins schon viele wege gegangen. manch weg hat mich weg geführt von gewohntem, hat neue wege gezeigt, neue chancen geöffnet und am ende dann doch wieder einen weg zu mir bedeutet. machmal bin ich vor mir selbst weggelaufen und manchmal bin ich einfach zu mir gekommen, habe mich gefunden.

…ich will in diesen kommenden weg nun keine besonderen erwartungen setzen. ich will mich einfach öffnen. und durch das öffnen kann ich teil des weges werden, sinn, sinnlichkeit, erleben wird mich finden können. bis dann, wir sehen uns auf dem weiteren (gemeinsamen) weg…

…was bleibt?

…gerade eben habe ich das buch „guten morgen, abendland“ von bernd ulrich begonnen zu lesen und schon – keine angst, dies wird kein werbeblock, keine buchrezension – am anfang, er hat das buch seinen kindern gewidmet, hat mich schon das vorwort verstört, bewegt, sehr nachdenklich gemacht. 

…beschrieben wird, welche erzählung wir, die 1960er jahrgänge – ich bin selbst 1968 – unseren kindern noch vor ein paar jahren erzählen konnten und welche erzählung wir nun für sie haben. wir müssen mitteilen, dass unser land, unser kontinent, unsere welt, unser leben immer mehr ins ungewisse, ins instabile geraten sind. gewiss, veränderungen sind bestandteil des lebens, das leben selbst ist veränderung. aber viele umstände, mit denen wir noch aufgewachsen sind, die unser erwachsenwerden und – sein geprägt haben, können nicht mehr als gegeben, als selbstverständlich angesehen werden.

…(auch) ich habe zwei töchter, gegenwärtig 16 und 18 jahre alt. durch ihr erwachsenwerden und auch durch meine scheidung im jahr 2012 sind die zeiten, in denen ich in ihrer nähe sein kann, weniger geworden. ich vermisse diese nähe sehr. und immer mal wieder sonntags überkommt mich deswegen auch ein „blues“. liegt es daran, liegt es an meinem alter, an der oft zitierten „midlife-crisis“, dass an diesem (noch) schönen sonntagnachmittag ende august graue wolken aufziehen? graue wolken, die fragen in mir aufkommen lassen, auf die ich (in letzter zeit immer öfter) antworten suche.

…fragen, angefangen von der frage, ob das was ich tu, etwas verändert, verändern kann. fragen, ob ich mir, meinen ansprüchen, meiner erwartung an mich selbst gerecht werde, ob ich meinem umfeld, meiner primärfamilie (damit insbesondere meinen töchtern, aber auch meiner mutter, meinem bruder), meiner sekundärfamilie (meiner frau und ihren kindern), meinen freunden genügend gebührende aufmerksamkeit schenke, ob ich mein ehrenamt als stadtrat (noch bis 2020), meinem weiteren engagement als präsident unsers lokalen schwimmvereins ausreichend ideen, kraft geben kann. fragen, ob ich im beruf meinen mitarbeiterinnen und mitarbeitern ein guter vorgesetzter bin. und die nicht zuletzt, ob ich ich zufrieden und glücklich bin, führen mich hin (zur diesmal sonntäglichen) frage: was bleibt?

…vor über eineinhalb jahren ist mein vater gestorben. schau ich mir an, was von ihm geblieben ist, sind dies nicht die materiellen dinge, die natürlich immer wieder erinnerungen in mir wecken. nein, es sind eben diese erinnerungen in meinem kopf, in meinem herz, die bleiben. und es bleibt der mensch (ich), dem er seine gedanken, werte, worte, sein wesen mit auf den weg gegeben hat. es ist dies neben vielen facetten meines wesens, darauf macht mich meine umgebung immer wieder aufmerksam, auch ungeduld. ungeduld, dass sich dinge nicht schneller ändern, und aber auch ganz stark der wunsch nach gerechtigkeit. gerechtigkeit im großen und, tagtäglich immer mehr von bedeutung, im kleinen. es sind diese (seine) prägungen, die mir das leben manchmal schwer, manchmal leicht erscheinen lassen.

…was bleibt also? es bleibt die wesenheit, die ich meinen kindern, den weiteren menschen, denen ich auf meinem bisherigen weg begegnet bin, gezeigt, vorgelebt habe. es bleiben die werte, die ich vermitteln konnte und immer noch, bis zur letzten sekunde, vermitteln kann. es bleiben die bilder aus der vergangenheit, die erinnerungen. und es bleiben die bilder der zukunft. es bleibt der wunsch, die hoffnung nach einem besseren morgen, nach frieden und glück für meine kinder, für meine lieben, für die gattung mensch. es bleibt, dass ich nicht aufhören will, mich zum besseren zu verändern, dass ich nicht aufhören will, mich für ein besseres morgen einzusetzen, zu engagieren, immer da, wo ich gerade bin auf meinem lebensweg.

…und schon sind die grauen wolken in mir den grauen wolken am horizont gewichen. weiter gehts also (in liebe und zuversicht)…

…haiku nr. 34 …hier

so nah und so fern

das hier so fern und so nah

vogel lande, jetzt