…“stadtansichten“ nr. 4

…nähert man sich der stadt von osten (von der a 9 oder aus dem gewerbegebiet) kommend auf der manchinger str., hat sich die ansicht der stadt verändert. man sieht nicht nur mehr historische gebäude, sondern auch das neue „enso hotel“ bei der saturn-arena.

bei der standortsuche für das neue hallenbad in der innenstadt hat man sich auch intensiv gedanken über sichtlinien und die beeinträchtigung des (historischen) stadtbildes gemacht. was wurde hier überlegt, erwogen und wie entschieden?

…meine „heimat“

In der Printausgabe von „Blickpunkt Wochenende“ KW 49 ist der nachfolgende Text als Interview zum Thema „Heimat“ (hier online) erschienen:

„Was ist für Sie im speziellen Heimat? Was ist ausschlaggebend?

Heimat hat für mich zunächst zwei ganz wesentliche Seiten. Einmal ist dies die „innere“ Heimat und dann natürlich der als „Heimat“ verstandene Lebensraum, also die Landschaft, der Ort, an dem wir leben.

Was ist „innere“ Heimat? Das ist, verkürzt gesagt, eine Lebenssituation, in der Frau/Mann als solche(r) von anderen Menschen angenommen und geachtet wird, Frau/Mann sich also wohl, aufgehoben und getragen fühlt. Denn wenn diese „innere“ Heimat nicht gegeben ist, wird der Mensch schnell „heimatlos“, da kann das Leben dann auch an einem noch so schönen Fleck stattfinden.

Zu dieser ganz wichtigen Basis unseres Lebens kommt noch die „äußere“ Heimat hinzu. Also der jeweilige Lebensraum, der geprägt ist von eigener Landschaft, Geschichte und Tradition.

Heimat ist für mich dort aber nicht nach Hinten gewandt, wie manch „überholte“ und weithin gepflegte Heimatbilder, sondern auf die Zukunft ausgerichtet.

Aus dem Leben in der „äußeren“ Heimat entsteht ein ständiger Gestaltungsauftrag, um das Außen für die kommenden Generationen als Lebensraum zu ermöglichen.

Welchen Stellenwert hat Heimat – und welchen sollte Sie haben?

Die Frage nach dem Stellenwert von Heimat kann immer nur im Konkreten beantwortet werden.

Als dadurch, dass man sich die konkrete Lebenssituation eines Menschen, einer Gruppe und einer Gesellschaft anschaut. Je nachdem welche Bedürfnisse gerade herrschen, ist dann auch der Wert von Heimat unterschiedlich. Heimat und ihre Bedeutung ist damit immer dem Wandel der Zeiten unterworfen und da sie durch die Bedürfnisse der Menschen „erschaffen“ wird, sollte sie immer auch zukunftsgerichtet sein.

Gibt es in der heutigen Zeit (Heimatverlust durch Wirtschaftswachstum und Globalisierung?) besondere Gefahren?

Hier will ich zunächst aus der Einführungsrede von Sepp Dürr, MdL, auf dem grünen Heimat-Kongress am 3.12. in Regensburg zitieren, da er diese Frage ganz treffend beantwortet hat:

„Das Bedürfnis nach Heimat treibt offenkundig immer mehr Bayern um. In dieser Sehnsucht nach regionaler Identität bündeln sich verschiedene Grundbedürfnisse: nach Zugehörigkeit und Sicherheit, nach Mitsprache und Selbstwirksamkeit, danach, etwas Besonderes aus sich zu machen und unverwechselbar zu sein.“

Genau diese Grundbedürfnisse werden eben durch das tägliche Erleben der Menschen in unserer Zeit in Frage gestellt und damit wieder geweckt. Sei dies durch die allgegenwärtigen Krisen und die Globalisierung, sei es durch andere lokale Entwicklungen wie fortschreitende Naturzerstörung.

Warum ist Heimat „nun“ Thema für die Grünen?

Die Beschäftigung mit Heimat ist schon seit Langem unverzichtbares Element grüner Politik. In Ingolstadt ist dies z.B. an den jährlichen Haushaltsreden unserer Stadtratsfraktion gut abzulesen.

Aber auch in der grünen Landespolitik hat die Beschäftigung mit Heimat schon immer stattgefunden.

Nur war und ist der Begriff „Heimat“ durch konservative Heimatdefinitionen, für die – das zeigt die Reaktion des CSU-Generalsekretärs Dobrindt auf den Heimat-Kongress vom letzten Wochenende nur zu deutlich – die CSU immer noch die Deutungshoheit beansprucht, schwer für neue Ansätze zu öffnen. Aber Sepp Daxenberger hat gezeigt, dass Bayern und Verbundenheit mit der Heimat kein Erbhof der CSU sind.

Wir Grüne wollen einen offeneren Heimatbegriff. Dabei verstehen wir Heimat vor allem als progressiven politischen Gestaltungsauftrag für die Zukunft, damit Bayern zu einer Heimat für alle Bewohnerinnen und Bewohner wird. Wir gestalten Bayern!“

…“stadtansichten“ nr. 3

heute am tag des offenen denkmals haben sich meinem erleben nach wieder viele bürgerinnen und bürger ingolstadts für die wurzeln unserer stadt interessiert und begeistert. aus diesen wurzeln neue ideen und ziele zu finden, sollte nicht schwer sein. und dabei alle in unserer stadt mitzunehmen auch nicht. an vielen ecken und nischen lebt das bürgertum schon wieder viel mehr also noch vor einigen jahren. jetzt gilt es, die bürgerinnen- und bürgerbeteiligung noch breiter zu machen. ich sehe eine sonnige zukunft für unsere stadt!

…sarrazin ante portas

mein folgender beitrag erschien am 23. juli in „Blickpunkt Wochenende“ und wurde auch auf stattzeitung-plus.in (Grüne wollen keinen Sarrazin) veröffentlicht:

„Sar­ra­zin vor den Toren

Es gibt Ge­le­gen­hei­ten, da könn­ten wir eine Stadt­be­fes­ti­gung gut brau­chen. Um Un­ru­he­stif­ter von un­se­rer Stadt fern zu hal­ten. Eine sol­che Ge­le­gen­heit naht schon im Sep­tem­ber.

Am 26.9. soll Thilo Sar­ra­zin aus sei­nem Buch „Deutsch­land schafft sich ab“ in In­gol­stadt vor­le­sen. Rund ein Jahr ist es nun her, dass die­ses um­strit­te­ne Buch er­schie­nen ist. In­te­gra­ti­ons­an­stren­gun­gen und deren Er­fol­ge kom­men in ihm so gut wie nicht vor. Doch der Flur­scha­den, den Herr Sar­ra­zin in der Ge­sell­schaft damit an­ge­rich­tet hat, tritt immer wie­der zu Tage. Und er er­hält immer wie­der große Auf­merk­sam­keit. So diese Woche ge­sche­hen aus An­lass der ZDF-Sen­dung „as­pek­te“, was sogar den Deut­schen Kul­tur­rat zu einer kri­ti­schen Stel­lung­nah­me ver­an­lasst hat.

Wir Grüne mei­nen: „In­gol­stadt ist bunt“ und damit keine gute Bühne für Herrn Sar­ra­zin. Mit „Die Welt ist bunt“ haben wir sogar eine ei­ge­ne Ver­an­stal­tungs­rei­he, die die Un­ter­gangs­vor­stel­lun­gen von Herrn Sar­ra­zin zum Schwei­gen bringt, die ge­leb­te und ge­lun­ge­ne In­te­gra­ti­on zeigt. Und auch in jedem neuen Audi ste­cken ja viele „bunte Hände“. Da kann Herr Sar­ra­zin dann gerne drau­ßen vor den Toren blei­ben.

Chris­ti­an Hö­busch,
Kreis­vor­sit­zen­der“

…(ab)stimmen zum atomausstieg

am kommenden samstag findet in berlin eine außerordentliche bundesdelegiertenkonferenz von bündnis 90/die grünen zum atomausstieg statt. im kern geht es dort darum, einem antrag des bundesvorstands und damit einem „kompromiss“ zum atomausstieg zuzustimmen oder abzulehnen.

viel wird darüber schon disktuiert und geschrieben.

mich interessiert hier deine meinung zu dieser frage. also stimm bitte kurz ab:

Voycer: Sollen Bündnis 90/Die Grünen dem Kompromiss zum Atomausstieg bis 2022 zustimmen?

gerne sammel ich auch stimmen und stimmungen in den kommentaren.

…eine kultur der freiwilligkeit

dieser beitrag ist (mit kürzungen) in der wochenzeitung „blickpunkt wochenende“ am 11.6. erschienen und ich möchte ihn nun hier auch online verfügbar machen:

„Viele BürgerInnen bringen sich schon ein, in vielen Bereichen, mit sehr viel Zeit und großem Einsatz. Es gibt viele Organisationen, die für dieses freiwillige Engagement den Rahmen und die Basis bilden. Es gibt auch viele Menschen, die um ihr Tun kein großes Aufsehen machen, kein großes Ansehen suchen, sondern es schlicht tun; dies aus tiefer Zuneigung zu unserer Stadt und ihren Menschen.

Und das geschieht alles, ohne dass es in einem Ranking, einer Liga auftaucht. Man kann sich diesen Einsatz der BürgerInnen nicht ins „politische Schaufenster“ stellen. Und doch ist dieses bürgerschaftliche, schlicht menschliche, Tun für die Menschen, das Leben in unserer Stadt so wichtig.

Nach der Aussetzung der Wehrpflicht und damit dem Ende des Zivildienstes tut es dringend Not, den Geist der Freiwilligkeit, der Gemeinnützigkeit mehr zu fördern und zu stärken. Wir brauchen eine neue, starke Kultur der Freiwilligkeit.

Hier zeigt sich bisher wenig Wandel. Ingolstadt ist immer noch zu stark auf die „Wirtschaft“ ausgerichtet. Wie können wir dies ändern? In dem wir unsere Stadt für UNS zurück gewinnen und neben den „harten Fakten“ stärker die Lebenswürdigkeit, die Liebenswürdigkeit sehen, indem wir uns engagieren und uns Platz zum Engagement gegeben wird. So könnte man uns beispielsweise die Gestaltung öffentlicher Flächen in unserem Wohnumfeld zurück geben. So könnte man auch für berufstätige Menschen Möglichkeiten eröffnen, sich mehr einzubringen, z.B. über „Online-Freiwilligkeit“, und einen Markt, einen Tag der Freiwilligkeit schaffen. Denn der menschliche Zusammenhalt, nicht der wirtschaftliche Erfolg gibt Sinn und Erfüllung, trägt das Leben in unserer Stadt in eine gute Zukunft.“

und dann habe ich heute noch eine neue seite meiner stadt gesehen, die mich ganz positiv berührt hat. weil dort kann frau/mann ganz nah am fluss ist und dort auch in fluss kommen kann:

…empört euch!

….und hier (m)ein beitrag zur demonstration für den atomausstieg und zum gedenken an die opfer in tschernobyl und fukushima am 26. april in ingolstadt. hab den beitrag für „blickpunkt wochenende“ vom 29.4. geschrieben, er ist dann aber schon unmittelbar auf stattzeitung.in erschienen. von da erlaube ich mir, ihn zu übernehmen:

„Der Kreisvorsitzende der Grünen, Christian Höbusch, kritisiert das Fernbleiben von FW und CSU bei der Demo zum Atomausstieg.

Ingolstädter: Empört Euch!

„Empört Euch!“ ist der Titel eines Buches, das in den Bestsellerlisten aktuell oben steht. Davon war bei der Demonstration für den Atomausstieg in Ingolstadt viel zu spüren. Es haben sich zwar nur 400 Bürger beteiligt und eine vor Ort eher seltenere Demonstration gebildet. Eindrucksvoll bewegte sich der Zug aber durch die Stadt und wurde durchweg positiv aufgenommen. In den Ingolstädtern steckt nämlich viel mehr Empörungs- und Mitwirkungskraft, als  von der Stadtratsmehrheit angenommen wird. Die Vertreter von CSU und FW „glänzten“ dann auch mit Abwesenheit. So sprachen etwa nur die zwei weiblichen Bundestagsabgeordneten, wobei MdB Agnes Krumwiede konkrete Beispiele aus dem „Fahrplan für den Atomausstieg“  vorstellte. CSU-MdB R. Brandl hingegen befand sich im Urlaub.  Wen wundert es da auch noch, wenn der CSU-Fraktionsvorsitzende J. Genosko schreibt, dass an der „Kernenergie als Brückentechnologie (…) noch für einige Jahre kein Weg vorbei führen“ wird.  Sicher ist dabei aber nur das Risiko.

Wir meinen: „Empört Euch“ da, wo das Leben in unserer Stadt und in unserem Land betroffen ist. Und helft mit positiver Kraft und Freude mit, den Dingen einen besseren Lauf zu geben.  Denn, so sagte die grüne Fraktionsvorsitzende Petra Kleine, „Politik ist Einmischung. Und zwar Einmischung in die eigenen Angelegenheiten“.

Christian Höbusch, Kreisvorsitzender“

…nichts gelernt

…ich bin dabei und hoffentliche ganz viele menschen aus unserer region

…auf der homepage der grünen ingolstadt habe ich nun – am 19.4. – auch den geplanten ablauf der demonstration und weitere infos kurz zusammengefasst.

…aufstehen

manche oder mancher besucherIn mag sich schon gefragt haben, warum keine aktuellen beiträge mehr da sind.

ja, lange habe ich hier nichts mehr geschrieben. und lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich hier über was ganz persönliches schreiben soll. etwas, was mir ende januar passiert ist.

also:

am 31. januar diese jahres hatte ich in österreich einen schweren skiunfall.

nun, hier ist festzuhalten, dass mir mein skihelm, den ich trug, wohl mein leben gerettet bzw. mit geschenkt hat.

was habe ich erlitten?

die medizinischen diagnosen lauteten:

  • schädelhirntrauma mit subarachnoidalblutung
  • einblutungen im marklagerbereich
  • monokelhämatom und risswunde linkes oberlid

nach gut vier wochen in stationärer behandlung (akut und reha) bin ich jetzt schon wieder die gleiche zeit daheim und ich kehre täglich immer mehr ins leben zurück, stehe immer ein stückchen mehr auf. es geht mir gut und immer besser…

so sind auch die rückkehr an meinen arbeitsplatz, die ausübung meiner funktionen, die realisierung neuer ideen und konzepte,  so etwa die socialbar ingolstadt, in schon greifbare nähe gerückt. bald geht es also wieder los…

…und weiter positive begegnungen und erlebnisse in diesen tagen helfen mir beim aufstehen. und das aufstehen wird GANZ sein.

dann gibt es hier auch wieder mehr zu lesen…

…zufälle gibt´s

ein kette von „zufällen“ hat mich heute zu zwei zumindest einmal bedenkenswerten fragen geführt.

es begann zufällig erneut mit frau haderthauer: in der stattzeitung.in lese ich darüber, dass für ein neues güterverkehrszentrum in ingolstadt zuschüsse des freistaates bayern in höhe von 9,8 mio. euro gezahlt werden sollen.

mitgeteilt hat dies sozialministern, mdl und ingolstädter stadträtin frau christine haderthauer.

und da ist schon die erste frage: kann frau/mann eigentlich eine solche anzahl von politischen mandaten und ämtern wirklich ausfüllen?

zulässig, ohne zweifel. doch betrachtet man schon alleine die arbeitsbelastung durch ein ministerInnenamt und ein landtagsmandat, so muss jedenfalls die frage erlaubt sein, ob hier weitere mandate (z.b. zusätzlich auf kommunaler ebene) einer effektiven ausübung des amtes/mandates wirklich förderlich sind.

nach der bayerischen verfassung müssen jedenfalls weder ministerpräsidentIn (ist mit mp horst seehofer ja aktuell so) noch staatsministerInnen unbedingt auch mitglieder des landtages sein.

der vollständigkeit halber soll hier noch erwähnt werden, dass auch markus reichhart (freie wähler) und hans-joachim werner (spd) aus ingolstadt neben ihrem landtagsmandat gleichzeitig stadträte sind, wie noch viele andere mandatsträgerInnen aller parteien (incl. der grünen) auch.

dann doch aber mal rasch zur stillung des wissenshungers auch noch „doppelmandate bayern“ gegoogelt. auf der zweiten trefferseite findet sich ein eintrag, der mein interesse weckt:

also frisch draufgeklickt, die suche ausgeführt und schwupps sehe ich eine hochinteressante google-ad:

da will ich mir doch die neujahrsansprache ansehen und komme auf die offizielle youtube-seite der bayerischen staatsregierung:

und da ist dann die zweite frage: muss die bayerische staatsregierung für ihre internetpräsenz wirklich google-ads schalten? und: wieviel steuermittel werden dafür aufgewendt?

nach meiner suche begegnet mir die neujahrsansprache des ministerpräsidenten dank google natürlich nicht nur einmal und, dem letzten zufall an diesem tag sei dank, dann gerade auf einer seites des tutsiblog, den ich mal dem umfeld der piratenpartei zuordnen möchte:

zufälle gibt´s…