…(stadt)ansichten nr. 62 …mut aus verzweiflung

…ja, sachbeschädigung. ohne jeden zweifel.

…aber beim anblick dieser worte musste ich unweigerlich an einen beitrag im online-angebot der süddeutschen-zeitung denken, den ich heut morgen gelesen haben. er trägt den titel „die deutschen denken linker als sie wählen“ und gibt die ergebnisse einer aktuellen umfrage zur gesellschaftlichen stimmung wieder.

…und die worte da an der wand prangern einen mißstand in unserer gesellschaft an. noch immer entspricht die frauenquote in entscheider*innnen-positionen nicht der verteilung der geschlechter in der gesamtgesellschaft. noch immer immer liegt der gender pay gap, also der einkommensunterschied zwischen männern und frauen bei gleicher tätigkeit bei 21%.

…und, viel besorgniserregender, noch immer ist sexismus in unserer gesellschaft ein (leider) weit verbreitetes problem. so geben 38% der arbeitnehmerinnen an, bereits sexismus am arbeitsplatz erlitten (man kann hier nicht mehr schreiben „erlebt“) zu haben.

…und eine große pilotstudie des bundesministeriums für familie, senioren, frauen und jugend vom oktober 2019 zu „sexismus im alltag“ kommt am ende (s. 100) zu der mehr als ernüchternden aussage:

„Eine gesellschaftlich von allen geteilte gemeinsame Utopie gibt es offenbar nicht (mehr). Hier ist der gesellschaftliche Zusammen­halt ein Stück weit verloren gegangen. Je nach Utopie und normativer Vorstellung von einer guten und richtigen Gesellschaft sind die Filter für den Alltagssexismus unterschiedlich ausgebildet und kultiviert.“

…der text an der wand trifft daher eine bittere gesellschaftliche wahrheit auf den punkt. leider. eigentlich darf dieses thema 2020 ff. kein thema mehr sein. ist es aber. leider. es ist mut aus verzweiflung, so deutliche worte an eine wand zu pinseln. und ich kann den unbekannten nur zurufen: nur mut, bringt euch ein, artikuliert euch laut und deutlich, nur bitte nicht dieser form, denn am ende schadet das eurem ernsten anliegen. also: nur mut.

p.s.: mängelmelder-mitteilung um 19:18 am 19.12.

Eine Antwort zu “…(stadt)ansichten nr. 62 …mut aus verzweiflung

  1. Zum Glück finden sich mittlerweile Menschen, die sich vor Wochen, Monaten einem Jahr noch nicht gekannt haben, in Bewegungen zusammen und suchen neue Wege für ein besseres Miteinander 🙂

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