…(k)eine zierde für den verein

…“eine zierde für den verein“, so lautet der titel des einzigen romans der berühmtesten ingolstädter autorin, marieluise fleißer. und der protagonist dieses romans geht auch just dem schwimmsport nach.

…seit nunmehr fast drei jahren darf ich, bin ich mit in der leitung unseres größten ingolstädter schwimmvereins (sein), dem sc delphin ingolstadt e.v. und seit nunmehr fast drei jahren, gerade wieder ganz aktuell, begegnet mir ein thema, das ich hier jetzt einfach mal in ein paar zeilen fließen lassen will.

…beginnen wir aber von vorn. was bedeutet denn eigentlich das wort „verein“. ich habe mal nachgeschaut. verein ist eine „organisation von menschen mit einem gemeinsamen ziel oder gemeinsamen interessen“. in einem sportverein wollen die menschen also demnach eine sportart ausüben, um sich zu bewegen, sich körperlich fit zu halten oder sich auch im wettkampf zu messen. gut so.

…dies entspricht auch meinem erleben. in meinem verein betätigen sich über 1.000 menschen in den verschiedensten sportformen, die mit und im wasser passieren. ganz vorne steht dabei natürlich das schwimmen, eine der grundlegendsten fähigkeiten, die wir menschen erlernen können. angefangen vom anfängerschwimmkurs, in dem es um die grundfähigkeit geht, bis hin zum leistungsschwimmsport bietet auch der sc delphin ingolstadt e.v. einen ganzen fächer an betätigungsformen. nicht zuletzt erfüllen wir bei den uns anvertrauten kindern und jugendlichen mit unseren angeboten auch einen wichtigen teil an erziehungsarbeit.

…und all dies geschieht durch die übungsleiterinnen und übungsleiter, trainerinnen und trainer, auch den sonstigen verantwortungsträger/innen in (zumeist unentgeltlicher) ehrenamtlicher arbeit. alle geben ihre freizeit ihrer leidenschaft am (schwimm)sport hin. dafür werden dann auch opfer im familiären bereich und beispielsweise auch bei sonstigen sozialen beziehungen in kauf genommen.

…mein erleben in den letzten drei jahren ist nun, dass dieses engagement und die leistungen, die ein verein damit erbringt (leider) immer weniger geschätzt werden. da schaffen es immer wieder ein paar wenige menschen durch ihre haltung, den verein letztlich als gesellschaftlichen dienstleister anzusehen, dessen leistungen durch den mitgliedsbeitrag weitestgehend abgegolten sind. und sie schaffen es durch ihre ablehnung des eigenen einbringens von mitarbeit zur erreichung des gemeinsamen ziels, sand ins getriebe zu streuen. sand, der die bemühungen der verantwortlichen hemmt, anstrengungen zu neuerungen außer acht lässt und – ja, auch das darf gesagt werden – immer wieder frustriert. frustration, die schon wertvolle kräfte auch in meinem verein zum rückzug bewogen hat.

…ich will und werde mich aber nicht zurücknehmen. das nachdenken, einfühlen in das, was ich im moment erfahre, zeigt mir vielmehr, dass es die große mehrheit der menschen, die mit mir ein gemeinsames ziel verfolgen, wert sind, klarheit und deutlichkeit gegenüber der minderheit zu zeigen, die nicht gewillt ist, auch nur einen kleinen beitrag (persönlich oder durch einen geringen obulus) zu erbringen. solch mitmenschen sind – um marieluise fleißer nochmal heran zu ziehen – wahrlich keine zierde des vereins.

…eine zierde des vereins sind vielmehr all diejenigen, die sich einbringen, mitarbeiten, um das gemeinsame ziel zu erreichen. ihnen gebührt mein dank und meine anerkennung.

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