…(stadt)ansichten nr. 54 …ein schwarzer schwan

…ist mir heute nachmittag auf dem weg durch das glacis im künettegraben über „den weg geschwommen“.

…in diesen tagen denkt man in ingolstadt angesichts dieses ungewöhnlichen tieres auch an so manch entwicklung in unserer stadt, die ich (leider) nur mit dunklen wolken vergleichen kann (die auch flugtaxis nicht werden vertreiben können).

…so müssen wir zur kenntnis nehmen, dass die leitung des größten arbeitgebers am ort viele, fast alle, gewissheiten, manche schon fast zur selbstverständlichkeit geworden, in frage stellt.

…recherchiert man dann etwas zum „schwarzen schwan“ taucht das „schwarze-schwan-phänomen“ aus der finanzbranche zuerst auf. der blogger und berater florian semle hat dazu in 2014 deutliche zeilen mit dem titel „wir wissen nicht, was wir nicht wissen“ geschrieben.

…dort heißt es: „Schwarze-Schwan-Phänomene sind Zufälle der besonderen Art. Sie treffen uns plötzlich und völlig unvorbereitet. Im Nachhinein lassen sie sich jedoch leicht erklären, denn wir erkennen die logische Entwicklung, die zu ihnen führte. Bei Schwarzer-Schwan-Ereignissen sind wir also rückwirkend klüger, weil wir einsehen müssen, dass wir vorher zu kurz gedacht haben.

…und weiter: „Schwarze Schwäne überraschen uns, weil wir uns für weitsichtig halten, und deshalb nicht über den Tellerrand unserer Gewissheit blicken. Wir sind uns so sicher, Ereignisse wirklich zu verstehen, dass wir widersprechende Signale einfach ausblenden. Der Schwarze Schwan schwimmt auf uns zu, aber wir ignorieren ihn, weil er scheinbar nicht sein kann.

…was heisst das nun für ingolstadt? ich meine, auch die verantwortlichen der (erwähnten) firma und die verantwortlichen der stadtführung sind einem „schwarzen schwan“ begegnet und müssen nun (meiner meinung nach viel zu spät) um- und gegensteuern. sie haben die entwicklungen um sie herum vielleicht schon wahrgenommen, aber diese auf der grundlage des erreichten und dessen hohen niveaus wohl zu lange ausgeblendet.

…aber schon 2011 wurden in einer umfangreichen studie „die wertschöpfungspotentiale der region ingolstadt“ betrachtet. der kernsatz dort (s. 121) lautet für mich:

„Um die Wirtschaftsstruktur der Region weiter auszubauen, ist eine Diversifizierung durch die Entwicklung anderer Wertschöpfungsfelder unerlässlich.“

…die dort als strategische handlungsfelder genannten bereiche wurden in den folgejahren bis auf den bereich der mobilität zu wenig weiterentwickelt. so hätte man im wertschöpfungsfeld gesundheitswirtschaft und der inwertsetzung der potentiale durch die energiewende einfach mehr aktivitäten entwicklen müssen, von einer stärkeren regionalen vernetzung und etwa auch der kreativwirtschaft nicht zu reden.

…nun schwimmt der schwarze schwan (leider) in unseren gewässern. noch ist es (gott sei dank) nicht zu spät. wenngleich auch die gegenwärtigen bemühungen um die schaffung, aber bei weitem noch nicht der etablierung, eines wissenschaftsstandortes sind natürlich anzuerkennen, aber hätte man beizeiten in den schon 2011 erkannten feldern verstärkt gearbeitet, würden wir vielleicht noch weiße schwäne bei uns sehen.

…meiner meinung nach kann es daher nicht so weitergehen wie bisher. ein „weiter so!“, nur ein bisschen grüner, ein bisschen hipper, effizienter, geht nicht mehr. es braucht einen deutlichen, konsequenten wandel. es braucht, nicht nur in ingolstadt, ein kräftigen, frischen grünen drink.

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