…ein paar (wohlstands)gedanken …oder 40 minuten im morgenzug

…dass ich das hier gerade schreiben kann, meine gedanken an einem schwülen, heißen augustmorgen im frühzug zur arbeit beginne, den touchscreen meines ipads mit schwitzigen fingern berühre, hinter mir von falschen schuhen gesprochen wird, ist privileg. ein grosses privileg. so wie viele andere dinge im leben der menschen hier am ort, in deutschland, in europa, im hier herrschenden wirtschaftssystem.

…und doch schleichen sich in diesen tagen immer mal wieder graue gedanken ein. gedanken, die manachmal wie nebel sind und sich auf die sinne, die sensibilität legen. gedanken, die manchmal ein reinigendes gewitter sind, die den blick auf das wesentliche wieder frei machen. heute morgen ein paar spontane, einfach aus den synapsen fliessende gedanken.

…was ist wesentlich in dieser kurzen spanne einer menschlichen existenz. steht man an einem beliebigen tag zu feierabend in einer u-bahn voller erschöpfter mitmenschen, weiss man, dass man nur einer unter vielen ist. weiss man, dass man im gesellschaftlichen räderwerk nur ein kleines zahnrad ist. gleichwohl trägt jedes dieser rädchen, die hoffnung nach was großem, den traum von einzigartigkeit in sich. es ist ein grundbedürfnis des menschlichen, reflektierenden wesens, dass uns der wunsch nach anerkennung, nach gesehenwerden in jedem wachen moment inne wohnt, uns sogar bis in unsere träume begleitet.

…doch wann ist man einzigartig? wann bekommt man wirkliche anerkennung? erstens in dem, was aus uns heraus biologisch heraus entstanden ist. durch unsere kinder, durch die immerwährende verbindung zu ihnen, bis zum letzten tag sind wir einzigartig. und zweitens sind wir einzigartig immmer dann, wenn wir menschen als menschen begegenen. pur, ohne eigennutz,  ohne eigene erwartungen. solche begegnungen finden sich in dem zustand, in dem sein, das man als liebe nennt. solche begegnungen finden sich, wenn man in die augen eines mitmenschen blick, dessen leben man eben in seiner fortexistenz ermöglicht hat.

…es geht also darum, auf das wesenstliche seines lebens zu stoßen. wir hier müssen, dank grosser gesellschaftlicher antrengungen, dank dem einsatz unserer eltern, nicht um die grundlagen unserer existenz fürchten. zwar ist unser umgang mit dem planeten, unser leben auf kosten des lebens anderer, unsere art des strebens nach gewinn, persönlichem und gesellschaftlichem, an die grenzen gekommen. doch im erkennen dieser grenzen liegt auch die chance. die chance, durch weniger mehr sinn in sein leben, in das leben anderer zu bringen. die chance, in der erinnerung mancher menschen auch nach dem ende weiter da zu sein.

…und schon haben sich die grauen wolken, im inneren, am morgenhimmel etwas verzogen. frische kraft, frischer wille ist zu spüren. wille, weiter zu machen, in liebe, und nicht aufzugeben. denn aufgegeben wird erst zum schluss und der ist noch lang nicht da. 

…so, angekommen, am ziel (des morgenzuges).

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