…(stadt)ansichten nr. 38 …“vom döner-türken“

…gleich eine klarstellung zum anfang: die wortwahl in der überschrift stammt nicht von mir. 

…nein, sie stammt aus der heutigen sonntagspredigt eines katholischen geistlichen in ingolstadt. da es mir um die dahinter stehende geisteshaltung geht, werde ich den namen des pfarrers und den (tat)ort nicht nennen.

…der satz mit dem „döner-türken“ war von dem prediger sogar positiv gemeint, denn er ging dergestalt weiter, dass solange nur von dem „döner türken“ oder dem „türken, der in der audi arbeitet“ die rede sei, für unsere gesellschaft keine gefahr ausgehe.

…aber wenn wir dann ungebremst weiter muslime in unser land lassen würden, ja dann, dann laufe unsere gesellschaft große gefahr, mit dem „jihad“ überzogen zu werden, denn der islam sei schon in seiner anlage eine kriegerische religion. deshalb sei die forderung einer „in bayern nicht unbedeutenden volkspartei“ nach einer obergrenze für flüchtlinge mehr als nachvollziehbar. und es ging noch weiter so.

…ich wollte während dieser predigt heute vormittag beinahe aufstehen und die kirche verlassen. der respekt vor den anderen menschen hat mich davon abgehalten. aber die beschriebene geisteshaltung des geistlichen ist für mich nicht tragbar, nicht akzeptierbar. denn während von den – unbestreitbaren – gräueltaten islamistischer täter in unseren tagen breit die rede war, wurden die gräueltaten im namen des kreuzes in der menschheitsgeschichte nicht genannt. und kein wort von dem (ur)christlichen wert der nächstenliebe. diese nächstenliebe gebietet uns, den menschen in not beizustehen, sie aufzunehmen. denn wir haben diese not nämlich selbst zu großen teilen mitverursacht, durch unser wirtschaften, durch unseren lebensstil. was ich da heut gehört habe, war ein verschließen der augen vor der (noch lange nicht beendeten) großen herausforderung in den westlichen ländern, in europa in unserer zeit. es werden weiterhin menschen kommen, die hier schutz suchen und wir haben ihnen aus christlicher nächstenliebe zu helfen. wir haben ihnen ein beispiel zu geben in sachen mitmenschlichkeit. für mich als christ ist das eine selbstverständlichkeit. emo.

…p.s.: fast wohltuend war es danach zu hören, wie ein vertreter der „nicht unbedeutenden bayerischen volkspartei“ eine (durchaus sehr) zutreffende analogie der gelungenen aufnahme der vertriebenen nach dem zweiten weltkrieg zu den heutigen flüchtlingsbewegungen zog. es fehlte nur noch das verb „schaffen“. wenn das mal seine (partei)oberen nicht zu gehör bekommen…

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