…ein eigener eindruck

 

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/47/Asylbewerber_09.jpg

foto: cc-by-sa-3.0 – Andreas Bohnenstengel

 
…vor einiger zeit hatte ich den sozialreferenten der stadt ingolstadt gebeten, mir einen besuch in einer der erstaufnahmeeinrichtungen für asybewerberInnen in ingolstadt zu ermöglichen. heut nachmittag war es dann soweit. ich konnte/durfte ganz allein (nur mit dem leiter der einrichtung) die erstaufnahmeeinrichtung p3 an der manchinger strasse in ingolstadt mit eigenen augen von innen sehen. danke dafür.

…zunächst wurde mir in einem gespräch der konzeptionelle ansatz des einrichtungsbetreibers, der ors deutschland gmbh, dargestellt. weltanschaulich neutral sollen sich die menschen in p3 von beginn an angenommen fühlen. denn, so mein gesprächspartner, der erste eindruck, den die menschen von der einrichtung, den mitarbeiterInnen dort bekommen, ist für das weitere zusammenleben, das miteinander auskommen, wesentlich. man wolle von anfang an wertschätzen. dies gehe später sogar soweit, dass den asylbewerberInnen, wenn sie aus der erstaufnahmeeinrichtung in dezentrale unterkünfte „verlegt“ werden, die kontaktdaten des p3 mitgegeben werden, um bei problemen helfen zu können. und, so erkärte er mir weiter mit einem lächeln im gesicht, manche ehemalige bewohnerInnen würden sogar gerne wieder in die p3 zurück kommen.

…danach sind wir dann gemeinsam einmal kurz durch die einrichtung gegangen. ich konnte sehen: die separaten sonderzimmer für erkrankte, den gemeinschaftsspeisesaal, die aufenthaltsräume mit billiard, tischtennis, kicker und wlan, den kindergartenraum, den spielplatz, das fussballlfeld, das aussenschachbrett im hof, die wasch- und sanitärräume im wohnbereich für familien und frauen. 

…mir wurde der wochenplan mit aktivitäten in der einrichtung für die bewohnerInnen gezeigt. vom tischtennisturnier über einen 100m-sprintwettbewerb (es gibt dafür dann sogar auch medaillen mit einem schwarz-rot-goldenen band) bis hin zu einem wöchentlichen frauengesprächskreis bemüht sich der betreiber, bei den menschen in der einrichtung kein verlorensein aufkommen zu lassen.

…dazu zählt auch, dass sich die bewohnerInnen selbst, neben selbstverständlich ihren „privaten“ zimmern, auch um die sauberkeit in den gemeinschaftsräumen (v.a. waschräumen, duschen, toiletten) kümmern. und das funktioniert. alles insgesamt sauber, geordnet und auch nach einem halben jahr betrieb nicht im ansatz heruntergekommen.

…insgesamt bin ich mit dem gefühl, dass im p3 die menschenwürde sorgsam geachtet, den menschen ihrer besonderen lage eine angemessene zwischenstation geboten wird, wieder nach hause geradelt. die p3 ist auch ansonsten, so weiterhin mein kurzer eindruck, im hinblick auf die notwendigen verwaltungsvorgänge gut organisiert. ich bin nun (etwas mehr) beruhigt, dass wir den menschen, die auf der flucht zu uns nach ingolstadt kommen, einen menschenwürdigen zufluchtsort bieten (können). ich weiss jetzt (auch), wozu ich meinen arm in stadtrat hebe und es wird nicht der letzte besuch in einer asyleinrichtung in ingolstadt gewesen sein.

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