…“(stadt)ansichten“ nr. 10

2012-12-18_09-00-01_822

…geht, fährt man durch deutsche städte, auch hier in ingolstadt, so trifft man immer wieder auf dieses schild. was soll uns das eigentlich sagen?

nun zunächst ganz auf der oberfläche, dass frau/mann dort nicht erwünscht ist. zumindest nicht das fahrzeug (pkw etc.), weil der weg aus dem/in das anwesen möglichst problemfrei sein soll. natürlich hat das abweisende auch etwas fürsorgliches in sich, denn es soll ja auch das gut der/des haltenden/parkenden geschont werden. aber wird dies deutlich? könnte man das „gebots“schild nicht etwas gemeinschaftlicher formulieren? wollen/müssen wir uns immer so deutlich voneinander abgrenzen?

für mich symbolisiert dieses schild(chen) auch eine überdenkenswerte haltung in unserer gesellschaft dieser tage. in vielen prozessen unseres lebens halten wir uns eine „ausfahrt frei“. durch die immer größer werdende anzahl an wahlmöglichkeiten im leben, marktwirtschaflich ausgedrückt an „angeboten“, verlieren menschen orientierung, verlieren oft sogar den blick, das gespür für das wesentliche. so etwa – wieder ganz oberflächlich betrachtet – das erschlagensein in der welt der materiellen dinge. mit der neuen version nehmen wir wieder eine ausfahrt. dann soll „alles“ besser werden. wird es das? werden wir dann freier?

und auch in unserem zusammenleben gilt doch immer wieder: „ausfahrt freihalten“. eine scheidungsrate von über 50%, eine stetig steigende rate von alleinlebenden menschen sind indikatoren dafür, dass in unserer gesellschaft der trend zur übersteigerten persönlichen individualisierung ungebrochen ist. halt eben dem „ausfahrt freihalten“. können wir wirklich so weitermachen?

denn auf der anderen seite sehen wir durch das erstarken der „neuen bürgerlichkeit“ deutlich, dass es ein bedürfnis gibt, nach gemeinschaftlichen werten, nach einer (re)definition der grundlagen unseres zusammenlebens, nach gerechterer teilhabe am leben.

keine „ausfahrt freihalten“, sondern achtsam, beständig den „weg gehen“ (und nicht weg). dafür bin/stehe ich.

p.s.: ja, moralinsauer, aber in diesen tagen darf (muss) das sein 😉 – und (metaphorisch) das schild zeigt schon das – hoffentlich – nahe ende der schwarz-gelben regierung(en): angerostet, verschmiert und nur noch an dünnen drähten schief hängend!

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