…gehörlosen gehör verschaffen …und recht!

ich hatte heute ein sehr beeindruckendes, verstörendes, aufwühlendes, aktivierendes, tolles gespräch mit einem gehörlosen mitbürger aus ingolstadt und seiner gebärdensprachdolmetscherin.

dieses gespräch hat mir gezeigt, dass es es mit dem weg zu einer echten inklusion behinderter menschen in unserer gesellschaft, v.a. in bayern und auch in ingolstadt noch ein weiter weg ist. auf der internetseite des beauftragten der bundesregierung für die rechte behinderter menschen ist aber das ziel der un-konvention über die rechte von menschen mit behinderungen klar zusammengefasst:

„Teilhabe behinderter Menschen ist ein Menschenrecht, kein Akt der Fürsorge oder Gnade. Die Konvention stellt dies klar und konkretisiert damit grundlegende Menschenrechte für die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen. Sie erfasst Lebensbereiche wie Barrierefreiheit, persönliche Mobilität, Gesundheit, Bildung, Beschäftigung, Rehabilitation, Teilhabe am politischen Leben, Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung. Grundlegend für die Konvention und die von ihr erfassten Lebensbereiche ist der Gedanke der Inklusion: Menschen mit Behinderung gehören von Anfang an mitten in die Gesellschaft.“

doch was bleibt davon im ganz konkreten leben übrig? (trotz vieler, sicherlich gut gemeinter und ausfühlicher, regelungen – z.b. bgg, baybgg, baykhv) zwei beispiele:

  • ein(e) gebärdensprachendolmetischer(in) kostet in der stunde zwischen 50-80 €. auf nahezu allen „offiziellen“ wegen, also z.b. zu ämtern u. ärzten, benötigen gehörlose menschen eine(n) dolmetscher(in), denn sonst laufen sie gefahr, wichtige informationen nicht zu bekommen oder falsch aufzufassen. als gesellschaftliche unterstützung dienst hier das sog. „gehörlosengeld“. dies ist ländersache. und in bayern: fehlanzeige!
  • nach aussage meines gesprächspartners und der dolmetscherin gibt es in der region 10 ca. 2.700 menschen, die gehörlos sind. aber nur eine „anerkannte“ gebärdensprachendolmetscherin, die dann bei ämtern, gerichten und anderen gelegenheiten tätig werden muss.

es gibt – neben dem was schon getan wird – noch viel, viel mehr zu tun, um inklusion in unserer gesellschaft tatsächlich wirklichkeit werden zu lassen. ganz konkret. und dafür sind dann auch genügend gelder bereit zu stellen.

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