…das amt kommt

der demographische wandel und damit die zunahme der älteren bevölkerungsanteile in unserer gesellschaft hat viele gesichter. eines davon ist, dass es durch den unvermeidlichen wandel in der besiedlungsstruktur ziemlich sicher auch zu einer abnahme der bevölkerungsdichte im ländlichen raum kommen wird. erste reaktionen darauf sind schon erkennbar. banken und handel ziehen sich zunehmend aus den ländlichen regionen zurück. dies erfordert von seniorInnen in zukunft einen erhöhten mobilitätsaufwand.

doch wie sieht es mit der dienstleistung „öffentliche verwaltung“ aus? kann sich die verwaltung in wirtschaftlichere „bügerInnencenter“ zurückziehen und damit die menschen in der fläche „abhängen“? oder gibt es ideen und ansätze, um auch weiterhin allen bürgerInnen eine wohnortnahe versorgung mit verwaltungsdienstleistungen zu gewährleisten?

eine große chance in diesem problemkreis liegt vielleicht im einsatz von e-government-services.

dabei ist allerdings zunächst wichtig, einige probleme beim einsatz von elektronischen verwaltungsdienstleistungen zu bedenken. es sollten möglichst zielgruppenorientierte angebote gemacht werden, wobei auf die altersspezifischen anforderungen ein besonderes augenmerk gelegt werden muss. an solchen durchgängigen strukturierungen mangelt es gegenwärtig noch. auch werden für seniorInnen wichtige weitere dienstleistungen, z.b. von kranken- und pflegekassen, meist nicht an existierende angebote angeschlossen. weiterhin stellt sich die frage der prozessgestaltung, also die frage wie und vor allem durch wen verwaltungsdienstleistungen erbracht werden. und schließlich geht es natürlich darum, die „digital divide“, die nutzungsdichte des internet und dort auch technische zugangshindernisse bei seniorInnen zu berücksichtigen.

schaut man sich nun nach möglichen lösungsmodellen um, so finden sich überaus interessante ansätze. ein konzept dabei ist beispielsweise die gestaltung von verwaltungsdienstleistungen über vermittlerInnen. hierbei werden von der verwaltung auf die zielgruppe „seniorInnen“ abgestimmte und idealerweise durch zusatzangebote angereicherte verwaltungsdienstleistungen mittels mobiler technischer geräte oder stationärer geräte vor ort („verwaltungskiosk“) zu den abnehmerInnen gebracht. nun kann sich die verwaltung, vor allem kleinere einheiten, natürlich dafür keinen extra „außendienst“ leisten. einsetzbar wären hier aber nahe bei den bürgerInnen tätige personen und einrichtungen, wie pflege- oder sozialdienste. vorstellbar ist auch die einbindung von seniorInnenheimen oder freiwilligennetzwerken, die dann die seniorInnen bei der erledigung ihrer angelegenheiten unterstützen und beraten können.

durch ein solches vorgehen könnte auch weiterhin eine wirtschaftliche versorgung dünner besiedelter landstriche mit verwaltungsdienstleistungen aufrecht erhalten werden. seniorInnen im ländlichen raum haben den vorteil eines weitgehend „barrierefreien“ zugangs zu verwaltungsdienstleistungen und für die eingebundenen dienstleister eröffnen sich neue geschäftsmodelle.

die demographische entwicklung bietet also auch der verwaltung als „bürgerInnendienstleister“ neue chancen und herausforderungen.

Advertisements

Eine Antwort zu “…das amt kommt

  1. Pingback: Seniorenforum Würzburg und Umgebung » Was hat e-Government mit der demografischen Entwicklung zu tun?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s