roots_digital_grün

mit dem prozess „mein bayern“ haben die bayerischen grünen auf der ldk in bamberg begonnen, einen neuen weg zu beschreiten. erstmals wurden die delegiertenInnen in strukturierter weise in die findung von neuen politischen ansatzpunkten und perspektiven einbezogen. am ende standen viele ideen und gedanken auf den pinnwänden. diese müssen nun weiter bearbeitet und auch wieder innerhalb der partei diskutiert werden. der prozess wird also weitergehen und, so ist es zumindest geplant, auch noch mehr in die regionen kommen.

sepp daxenberger hat in seiner rede auf der ldk zum ausdruck gebracht, dass sich die grünen „in der mitte der gesellschaft“ befänden, weil sich die gesellschaft auf die grünen zubewegt habe. dieser analyse kann nur zugestimmt werden. die gesellschaftlichen entwicklungen, vor allem die klima- und finanzkrise, haben gezeigt, dass viele grüne positionen mittlerweile mainstream und damit konsensfähig geworden sind.

aber da liegt dann auch schon wieder ein problem. denn nicht nur die gesellschaft, sondern auch die politischen mitbewerberInnen haben sich grünen positionen angenähert. nicht nur deswegen haben viele wählerInnen bei der vergangenen bt-wahl die differenzen zwischen den parteien, die frage der atomkraft einmal explizit ausgenommen, als eher gering wahrgenommen. dennoch konnten die grünen dabei das größte maß an glaubwürdigkeit für sich verbuchen. vor diesem hintergrund stellt der begonnene prozess einen wichtigen und richtigen baustein in der strategischen weiterentwicklung der grünen dar.

dieser prozess sollte aber nicht nur innerhalb der strukturen der partei ablaufen, sondern auch darüber hinausgehen, nämlich in die gesellschaft zielen. so wichtig es ist, die kreativen potentiale innerhalb der grünen zu nutzen, so wichtig ist es auch, dort zu suchen – und mit sicherheit auch zu finden – wo wir noch nicht oder noch nicht ausreichend gesucht haben.

fangen wir an mit den vielen bürgerinitiativen und -bewegungen vor ort. gehen wir weiter zu den verfassten interessenvertretungen in den regionen und darüber hinaus, zu denen sicherlich bereits in der vergangenheit kontakte bestanden haben, die aber in einen strukturierten prozess, wie er nun begonnen wurde, wohl nicht miteinbezogen waren. die nächsten „wahlfreien“ jahre geben dazu eine hervorragende gelegenheit.

und wir müssen uns mit den bürgerInnen selbst vernetzten. denn nur, wenn wir am puls der menschen sind, das unbehagen, die unzufriedenheit, die vorstellungen, die wünsche und ziele aufnehmen, mit unseren grundüberzeugungen abgleichen und daraus neue konzepte und positionen entwickeln, werden wir wirklich der analyse von sepp daxenberger nachhaltig gerecht werden können. dazu müssen wir uns offline und online neue formen der teilhabe am politischen prozess einfallen lassen.

offline kann dies von thematischen bürgerInnen-kongressen, der bürgersprechstunde bis hin zu klassischen formen der meinungsforschung ein grosses spektrum sein.

online bieten sich uns im web 2.0 ebenso großartige möglichkeiten der schaffung einer basisdemokratischen digitalen demokratiebewegung. hier, den zugang zum netz vorausgesetzt, können mit niedriger hemmschwelle zahlreiche partizipationsmöglichkeiten für die breite der gesellschaft geschaffen werden.

die technischen werkzeuge sind vorhanden, das haben uns die piraten ja im vergangenen wahlkampf gezeigt. auch wir nutzen sie schon, doch fehlen die konzeptionelle einbindung und die verbreitung in die klassischen positionsfindungsprozesse und vorallem das hinabreichen zu den wurzeln unserer demokratie, den bürgerinnen und bürgern.

dass dies nicht nur netztheoretische überlegungen sind, die an praktikabilität mangeln, zeigen bereits viele beispiele aus dem in- und ausland. von den dort gemachten erfahrungen können und sollten wir lernen.

dann aber müssen wir uns so bald als möglich an die spitze setzen und mit unserem basisdemokratischen pfund, der grünen tradition, wuchern. denn wir sind die gesellschaftliche kraft, die in den letzten jahrzehnten immer wieder nach vorne gedacht, zukunftsfähige konzepte entwickelt hat.

wir haben die basisdemokratischen erfahrungen, die technische und netzpolitische kompetenz, um uns im bereich der digitalen demokratie in deutschland an die spitze zu setzen. vergesst die piraten und angelika beer.

jetzt kommt grün. für morgen – in bayern und weit darüber hinaus…

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Eine Antwort zu “roots_digital_grün

  1. Guter Beitrag. Wichtig wird sein, dass möglichst viele diesen Prozess „von unten“ mittragen und vorantreiben, dann haben wir da riesige Potentiale.
    http://www.meinbayern.gruene-bayern.de

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